Tolles Ferienerlebnis: Burschen ziehen Küken groß. Vier junge Bachstelzen werden von Sebastian und Philipp in Sigmundsherberg umsorgt.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 07. August 2019 (04:23)
Weikertschläger
Sebastian und Philipp ziehen derzeit mit ihren Eltern und ihrem Onkel, Bürgermeister Franz Göd, vier junge Bachstelzen groß.

Wenn sie im kommenden Herbst ihr schönstes Ferienerlebnis erzählen sollen, dann werden der sechsjährige Sebastian und sein fünfjähriger Bruder Philipp aus Sigmundsherberg viel zu erzählen haben. Die beiden Neffen von Bürgermeister Franz Göd ziehen derzeit gemeinsam mit ihren Eltern vier kleine Vogel-Babys auf.

Die Familie der beiden Buben baut derzeit in Sigmundsherberg ein Haus. Dazu borgte man sich von einer Baufirma eine Temper-Baumaschine aus. Als das Gerät vor rund zwei Wochen in Betrieb genommen werden sollte, wurde unter der Schaufel ein Vogelnest mit vier frisch geschlüpften Kücken gefunden. „Sie waren noch ganz flaumig“, erzählten die beiden Burschen, die gleich Feuer und Flamme für ihre kleinen Schützlinge waren.

Rasch war ein kleiner Käfig besorgt, der den Piepmätzen derzeit als Zuhause dient. Gefüttert werden sie von den Burschen mit Mehlwürmern, die sie ihnen mit Pinzetten verabreichen, und das alle paar Stunden, zuletzt um halb 9 am Abend. „Um 7 Uhr am Morgen dienen sie verlässlich als Wecker“, meinte Sebastian. Von diesem Weckdienst profitiert auch Onkel Franz, auf dessen erhöhter Terrasse die Vögel in ihrem Käfig als Schutz vor Katzen oder Mardern übernachten.

Burschen wünschen sich „Sprachumwandler“

Um welche Art es sich bei den Vögeln handelt, haben die Burschen übrigens noch nicht definitiv herausgefunden, vermutlich handelt es sich dabei um Bachstelzen. Derzeit unternehmen die kleinen Vögel ihre ersten Flugversuche. Dazu starten sie aus den Händen der Burschen, um nach wenigen Flügelschlägen wieder dorthin zurückzukehren.

Auch auf Schultern und Köpfen der Burschen haben sie bereits ihre „Landebahnen“ ausgemacht. Ob sie dafür die besten „Fluglehrer“ sind, stellen die Buben aber infrage: „Wir wissen ja selber nicht, wie man das macht“, scherzen sie. Und: „Wir haben auch kein Gerät, das unsere Sprache in Vogelsprache umwandelt.“

Ein Zufall könnte den Vögeln übrigens auch ein längerfristiges Heim bei den Burschen bescheren. Ein Stammgast des Gasthauses Göd hat vor einiger Zeit versprochen, der Familie der Burschen ein Vogelhaus für den Garten zu basteln, sobald das eigene Haus gebaut wird. Der Gast hat sein Wort – ohne Wissen vom Vogelfund – gehalten, das fertige Häuschen wartet nun im Garten der Burschen darauf, als Heim für die neuen Familienmitglieder dienen zu können.