Wartezeiten: Horns Augenabteilung im Visier der Politik. Landesrat Androsch fordert Aufstockung der Abteilung im Landesklinikum Horn. VP sieht Patienten-Verunsicherung.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 06. September 2017 (06:20)
Das Landesklinikum Waldviertel Horn. Foto: Martin Kalchhauser
NOEN

Dass es für Termine in der Abteilung für Augenheilkunde des Landesklinikums Horn oftmals lange Wartezeiten gibt, ist kein großes Geheimnis, sorgt aber bei zahlreichen Patienten für Unmut.

Jetzt greift auch Gesundheits-Landesrat Maurice Androsch (SPÖ) das Thema auf und fordert eine Aufstockung der Abteilung bzw. eine Aufstockung der Ärzte und des Pflegepersonals, um künftig „Wartezeiten bis zu 60 Wochen“, so Androsch, zu verhindern.

„Tolle Arbeit der Abteilung“ soll unterstützt werden

Maurice Androsch
Herbert Käfer (SPÖ NÖ)

Der gute Ruf, den sich die Abteilung dank guter Arbeit erarbeitet habe, habe dazu geführt, dass sich nicht nur die Waldviertler Bevölkerung erforderlichen Eingriffen in Horn unterziehe, sondern auch Patienten aus ganz Niederösterreich und darüber hinaus.

Die dadurch entstehenden langen Wartezeiten seien den Patienten nicht zumutbar, die Situation untragbar. „Zumal im Vergleich mit anderen Bundesländern in der Ostregion zweifellos bei vergleichbaren Operationen kürzere Wartezeiten üblich sind“, meint Androsch.

Um die „tolle Arbeit der Abteilung“, wie er lobt, zu unterstützen, werde er nun das Gespräch mit dem für die Landeskliniken zuständigen Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf suchen.

„Für diese schlicht unnötige Verunsicherung der Patienten besteht kein Anlass.“VP-Gesundheitssprecher Karl Bader

VP-Gesundheitssprecher Karl Bader entgegnet, dass – von Akutfällen abgesehen – die Umstände zu beachten seien, die die Dauer der Wartezeit beeinflussen. „So dürfen oder müssen manche Operationen nicht sofort gemacht werden. Dazu kommt, dass einige Patienten von ganz speziellen Ärzten versorgt werden wollen“, so Bader.

Für ihn ist die Forderung Androschs eine „schlicht unnötige Verunsicherung der Patienten“, für die es keinen Anlass gebe. Das Land Niederösterreich habe zudem die Aufnahme von mehr als 200 zusätzlichen Mitarbeitern für die Landes- und Universitätskliniken vorgesehen: „Es wird somit bereits eine entsprechende Personalaufstockung vorgenommen.“

Bader verweist auch auf die Wartezeiten-Hotline, unter der sich seit Juni Patienten bei planbaren Operationen zu den Wartezeiten an den verschiedenen Standorten informieren können. Das solle dazu führen, größere Abteilungen mit eingeschränkten OP-Kapazitäten zu entlasten, indem diese Operationen an kleinere Standorte mit freien OP-Kapazitäten verlagert werden.

Holding will Situation in Zukunft verbessern

Regionalmanager Andreas Reifschneider will Situation für Patienten verbessern. Foto: Martin Kalchhauser
Martin Kalchhauser

Seitens der Landeskliniken Holding wisse man um die Problematik. Die Situation der mitunter langen Wartezeiten auf Cataract-Operationen (Operationen des Grauen Stars) fließe in die weitere Planung für 2018 ein, heißt es in einer von der NÖN eingeholten Stellungnahme.

Die Anstaltsleitung und die Leitung der Augenabteilung seien gemeinsam mit dem Regionalmanagement bemüht, diese Situation der langen Wartezeiten für diese Art der Eingriffe für die Zukunft zu verbessern.

„Tatsache ist weiters, dass akute Operationen am Auge jederzeit vorgenommen werden können und selbstverständlich auf die medizinische Dringlichkeit bei der Zuteilung von Terminen Rücksicht genommen wird“, so Regionalmanager Andreas Reifschneider.