Am Puls des Kamp-Flusses. Zwölf Künstler aus der Region stellen im Zeitbrücke-Museum den Fluss in den Mittelpunkt.

Von Red. Horn. Erstellt am 16. Juni 2020 (06:02)
Sonia Gansterer und Clemens Feigel, beide aus Wegscheid am Kamp, er ist auch Leiter des Kunstraums „Eremitage am Kamp und Kurator der Sonderschau, mit dem Sujet zum Plakat der Ausstellung nach dem Bild „histoire naturell“.
Clemens Feigel

Das Zeitbrücke-Museum Gars ist wieder offen und zeigt ab Samstag, 20. Juni, die Sonderausstellung „Am Puls des Kamp“. Zahlreiche Künstler stellen damit den Fluss und seine jüngere, durchaus bewegte Geschichte in den Mittelpunkt ihres Schaffens.

„Die Geschichte der Ausstellung selbst ist nicht minder bewegt“, so Museumsverein-Obmann Anton Ehrenberger. „Mit der Eröffnung der Kamptalkraftwerkskette 1957 ging es mit der gewohnten Badetradition in Gars zu Ende. Das Wasser ist seitdem im Sommer statt erfrischend zu kalt – und knapp noch dazu! Träge und trüb, ohne die reinigende Kraft des abwärts getragenen Flussschotters, breiten sich die Algenteppiche immer mehr aus.“

Um 1980 hätte es noch schlimmer kommen sollen, doch konnten der Garser „Gesundheits-Papst“ Willi Dungl und die Bürgerinitiative „Rettet das Kamptal“ um Werner Gamerith eine weitere große Staustufe verhindern.


Bürgerinitiative gegen das Kraftwerksprojekt

Nun, 40 Jahre später, versucht die EVN wieder ein Kraftwerksprojekt bei Rosenburg durchzusetzen – die NÖN berichtete laufend. Und wieder stellt sich mit „Lebendiger Kamp“ eine Bürgerinitiative dagegen. Auch Naturschutzverbände warnen, so Ehrenberger, vor dem Verlust an naturnahem Lebensraum und vor zu erwartenden Folgeschäden für die Region, die in keinem Verhältnis zur Steigerung der Stromausbeute stehen. Ehrenberger: „Ob die relativ bedeutungslose Kapazitätserhöhung von vier Gigawattstunden pro Jahr überhaupt erzielt werden kann, wird in Zeiten der ausbleibenden Regenfälle angezweifelt.“

Neben ihrem Mann Werner stellt sich auch Tatjana Gamerith wieder gegen die Pläne der Kraftwerksbetreiber. Inzwischen ist sie 102 Jahre und die älteste der zwölf Künstler und Künstlerinnen. Ihr Gemälde zeigt den Fluss um den Umlaufberg als lebendigen, pulsierenden Kamp. Mit ihr sind auch Iris Andraschek, Agnes Ehrenberger, Anton Ehrenberger, Sonia Gansterer, Helmuth Gräff, Karl Korab, Susanne Kos, Sarah-Maria Kupfner, Sibylle Steidl, Savio Verra und Hans Wörtl dabei.

Die Schau ist jeden Samstag, Sonn- und Feiertag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr (bis Ende September) geöffnet. Gruppenführungen durch das Museum nach Anmeldung unter info@zeitbruecke.at.