Szene Waldviertel: Schlussakkord erzwungen. Virus bremst das Festival Szene Waldviertel aus und fordert Absageflut von Veranstaltungen im November. Rabl hofft aus Abschluss im Dezember.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 02. November 2020 (07:48)

Das Festival Szene Waldviertel steht coronabedingt vor dem Aus – es gab eine Absageflut von 20 Veranstaltungen im November, auch die geplanten Aktivitäten von Mastermind Stephan Rabl im Dezember werden von Corona und den Maßnahmen der Regierung ausgebremst. Und so ging am Wochenende im Weitblick im Campus der letzte „Late-Night Liederabend“ im Rahmen des heurigen Festivals über die Bühne.

Nach der Begrüßung der Besucher durch Stephan Rabl eröffnete der gerne augenzwinkernd als „Schubadour“ bezeichnete Bryan Benner mit einem a cappella vorgetragen Lied von Franz Schubert den Liederabend. Mit cleveren Texten und viel Liebe zur Musik begeisterten im Anschluss das Duo „David und der Wolf“ David Stellner und Wolfgang Schöbitz das Publikum.

Ausgefallen ist dann leider der Auftritt des Ensembles Vivid Consort. Das Flötentrio hätte von Klängen des Mittelalters über die Musik der Renaissance bis hin zum Zeitgenössischen – ein breites Spektrum an Stücken bieten sollen. An ihrer Stelle geigte dann Benner noch mit dem tschechischen Gitarristen Václav Fuksa auf. Die Wandervögel ließen in bester Zupfgeigenhansl-Tradition oft schon vergessene Lieder wiederaufleben, seien es deutsche, österreichische oder jüdische Volkslieder. Die großartige Performance war eine moderne und humorvolle Huldigung an die unterschiedlichsten Musikwelten – eine Einladung zum Trinken und Tanzen.

Ganz gibt Rabl aber die Hoffnung noch nicht auf, um doch noch einen würdigen Abschluss für das Festival 2020 zu organisieren. Auch die Teilnahme am Horner Advent im Kunsthaus – sollte dieser im Dezember doch stattfinden können –, schreibt Stephan Rabl noch nicht ab.