Hobby-Historiker fand Braun-Saal. Hobby-Historiker Karlheinz Hulka ortete jene Stätte, an der ein im Horner Museum gefundenes Plakat aus 1839 eine „Carnevals-Belustigung“ ankündigte.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 19. Februar 2021 (03:34)
Museum Horn-Direktor Anton Mück (rechts), Kultur-Stadtrat Martin Seidl und Karlheinz Hulka überreichten Alexander Lichtenegger (von Links) von der Weinbar Thurnhof das Faksimile jenes Plakats, das aus dem Jahr 1839 stammt und eine „Carnevals-Belustigung“ ankündigt, die in diesem Haus stattgefunden hat.
Rupert Kornell

„Das Plakat soll wieder auf den Platz zurückkommen, wo es ursprünglich sicher zu sehen war“, meinte Museum Horn-Direktor Anton Mück, als er gemeinsam mit Karlheinz Hulka und Kultur-Stadtrat Martin Seidl ein Faksimile der ältesten Faschingsankündigung der Stadt an Alexander Lichtenegger von der Weinbar Thurnhof überreichte.

Wie die Horner NÖN berichtete, war von Museumsmitarbeiter Hans-Peter Trimmel ein Plakat entdeckt worden, das eine „Carnevals-Belustigung“ ankündigte, die im Jahr 1839 am 10., 11. und 12. Februar im „Braun‘schen Saale und im Kaffee-Hause zu Horn“, stattfinden sollte und sicher auch stattfand. Allerdings wusste niemand so recht, wo sich dieser Saal befunden hat.

Erst eine Stadtschule, später auch ein Kino

Hobby-Historiker Karlheinz Hulka begab sich daraufhin auf Spurensuche und förderte zutage, dass sich dieser Saal im Haus Thurnhofgasse 2 befunden hat. Hier hat sich im 16./17. Jahrhundert die evangelische, später katholische Stadtschule befunden (eine Tafel erinnert heute noch daran), eine Vorläuferin des 1657 gegründeten Horner Gymnasiums. In diesem Jahr wurde es unter der Obhut der katholischen Bruderschaft „Unser lieben Frau“ als Armen- und Krankenhaus verwendet.

Im Jahr 1837 wird die aus Ravelsbach stammende Witwe Anna Braun als Besitzerin ins Grundbuch eingetragen, veräußerte die Liegenschaft aber 1854 wieder, zwei Jahre später kaufte sie der Gastwirt Carl Schrammel. „Seither“, so Hulka, „sind immer Gastbetriebe in diesem Haus untergebracht, meist unter dem Namen ,Zum Thurnhof‘“. Um 1900 wird sogar von einem Tanzsaal für tausend Personen berichtet. Nach verschiedenen weiteren Besitzerwechseln werden 1939 Anton und Maria Sagl Eigentümer des Hauses.

Reste noch in privatem Wohnraum integriert

Von diesem Tanzsaal, in dem unter anderem um 1920 ein Kino betrieben wurde, ist heute kaum mehr etwas zu sehen, Restbestände wie Stuckdecke oder Säulenteile sind in einen privaten Wohnraum integriert.