Horn wirtschaftet „mit Bedacht“. Rücklagen-Bildung führte zur Debatte mit den Grünen. ÖVP: „Werden nicht in Saus & Braus leben.“

Von Rupert Kornell. Erstellt am 21. April 2021 (04:50)
Finanz-Stadtrat Heinrich Nagl war bei gleich zehn Tagesordnungspunkten der Referent.
NÖN-Archiv/Rupert Kornell, NÖN-Archiv/Rupert Kornell

Noch ehe Finanz-Stadtrat Heinrich Nagl bei der Gemeinderatssitzung über den Rechnungsabschluss 2020 referieren konnte, musste laut neuer Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung (VRV) 2015 die Eröffnungsbilanz vorgelegt und eine Eröffnungsbilanzrücklage gebildet werden. Über eben diese schieden sich die Geister, es kam zu einer Diskussion zwischen Nagl und Bürgermeister Jürgen Maier auf der einen und Walter Kogler-Strommer (Die Grünen Horn) auf der anderen Seite.

Wie Nagl ausführte, ist diese Rücklage von 10,2 Millionen Euro ein rein buchhalterischer Posten, der nur ein einziges Mal gebildet werden kann, der Betrag stehe aber nicht in bar zur Verfügung. Sowohl Maier als auch Nagl versicherten: „Wir gehen mit Bedacht damit um, wir werden jetzt nicht in Saus und Braus leben. Es ist ein Polster, wenn es einmal ein Jahr schief läuft, auf den wir zurückgreifen können.“ Das wollten die beiden Grün-Mandatare so nicht zur Kenntnis nehmen und stimmten ebenso wie bei der Bildung der Eröffnungsbilanz dagegen, waren aber beim Rechnungsabschluss wie alle anderen Mandatare dafür.

„Wir haben einfach gut und sparsam gewirtschaftet.“ Heinrich Nagl erklärt, wie Horn einen Überschuss erwirtschaften konnte

In diese Eröffnungsbilanz floss das gesamte Gemeindevermögen ein, das in beachtlichen 1.670 Vermögenskonten abgebildet ist. Für die „aufwendige und schwierige Arbeit“ galt der Dank von Maier und Nagl vor allem Kassenwart Karl Schneider sowie auch dem Team der Stadtverwaltung rund um Stadtamtsdirektor Matthias Pithan. In dieser Bilanz, einem umfangreichen Zahlenwerk, stehen den Aktiva von fast 41 Millionen Euro Passiva in gleicher Höhe gegenüber.

Ebenso umfangreich ist der Rechnungsabschluss 2020 dargestellt und wurde von Nagl dem Gemeinderat zur Kenntnis gebracht. Das operative Ergebnis der Gewinn-Verlust-Rechnung im sogenannten Ergebnishaushalt weist als Summe der Erträge knapp 20 Millionen Euro aus, denen fast 19,650 Millionen als Aufwendungen gegenüberstehen. Somit ergibt sich ein Plus von etwa 350.000 Euro.

Die Frage, wie man in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu einem Überschuss komme, beantwortete Nagl auf NÖN-Nachfrage so: „Wir haben einfach gut und sparsam gewirtschaftet.“

Obwohl etwa für den Beitrag zum Krankenanstaltensprengel oder für Kinder- und Jugendhilfe-Umlage, als Sozialhilfebeitrag oder Hilfe zum Lebensunterhalt zwischen 10.000 und 46.000 Euro mehr aufgewendet werden mussten, habe man das gute Ergebnis erreicht.

Den Schuldenstand der Stadtgemeinde gab Nagl mit 11,9 Millionen Euro zum 31. Dezember 2020 an.