Corona-Zahlen steigen leicht im Bezirk Horn. Bezirkshauptmannschaft muss wieder mehr Kontaktmeldungen abarbeiten. Unterschiedliche Zahlen kursieren.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. September 2020 (08:49)
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Verfolgt man die Zahlen der positiv auf den Coronavirus getesteten Personen, fällt eines auf: Das Gesundheitsministerium veröffentlicht andere als die Bezirkshauptmannschaft Horn. Die 100er-Marke ist laut Bundesamt seit der Vorwoche überschritten. Die Bezirksbehörde, die die Lage täglich an die Medien meldet, spricht am Montag noch von insgesamt 96 positiv getesteten Personen seit Ausbruch der Pandemie. Wo liegt der Grund für diesen Unterschied?

Johannes Kranner: „Menschen verhalten sich gerade zu unvorsichtig.“
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„Diese Frage können wir nicht beantworten, wir entnehmen die Statistik aus dem landesweiten Bearbeitungsprogramm und wissen nicht, wie der Bund zu seinen Zahlen gelangt“, erklärt Bezirkshauptmann Johannes Kranner auf NÖN-Nachfrage. Tatsache ist: Der Coronavirus hat sich seit dem Dachsberger-Hotspot nicht mehr im Bezirk ausgebreitet, zuletzt haben sich aber eine Handvoll von Personen angesteckt.

Sieht man sich die letzten Monate an, dann haben sich laut Bezirkshauptmannschaft die Menschen sowohl bei privaten, sozialen und beruflichen Kontakten infiziert. „Zu Beginn eher ältere Personen, derzeit hauptsächlich Personen zwischen 15 bis 30 Jahren“, erläutert Kranner. „Es kommt immer wieder vor, dass Kontaktpersonen positiv getestet werden, aber keine Symptome aufweisen“, ergänzt er. „Prozentuelle Angaben dazu sind uns leider nicht möglich.“

Fünf Personen im Bezirk verstorben

Fünf Personen sind bisher im Bezirk verstorben, im Vergleich eine recht hohe Zahl. Das ist jeder 6.500ste Horner, österreichweit ist jeder 12.000ste an Corona verstorben. „Fakt ist lediglich, dass bei allen fünf Personen zum Teil gravierende Vorerkrankungen gegeben waren“, erklärt der Bezirkshauptmann. Alles andere müsste aus medizinischer Sicht beantwortet werden.

Kranner schätzt die Lage nicht rosig ein: „Anhand der derzeit abzuarbeitenden Kontaktmeldungen ist unsere Einschätzung, dass sich die Menschen zu unvorsichtig verhalten.“ Eine Unsicherheit ist aber auch spürbar: Einige Veranstaltungen werden seit Freitag wieder abgesagt, das Atelier Gräff hat bei der Veranstaltung „Dialog der Bücher“ so wenig Besucher wie noch nie verzeichnet (Seite 26).