Kein neues Haus für Feuerwehr. Gemeinderat entschied sich aus Kostengründen für Sanierung und Erweiterung des bestehenden Hauses und gegen Neubau auf der „grünen Wiese“.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 16. Oktober 2014 (07:25)
NOEN, Rupert Kornell
Gemeinde- und Feuerwehrvertreter diskutierten nach eingehender Information durch Josef Wiesinger (vorne Mitte) sachlich über die Standort-Klärung des »neuen« Garser FF-Hauses: Kurt Grien, Thomas Nichtawitz, Gebhard Rydlo, Franz Schiegl, Martin Falk, Helmut Gröschel und Paula Uitz (von links).
„Meine Grundmitteilung ist die: Die Variante ,Ziegelofenstraße‘ ist gestorben!“ Warum auf dem Areal außerhalb des Garser Ortsgebietes kein neues Feuerwehrhaus gebaut wird, führte SPÖ-Gemeinderat Josef Wiesinger, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentliche Ordnung und Sicherheit, Feuerwehr, Freibad und Friedhof, vor den Fraktionsführern und einer starken Delegation der FF Gars aus.

Altes Haus sanieren und erweitern ist günstiger 

Nach langen Vorarbeiten habe man im Juni vier Architekten beauftragt, von denen allerdings nur zwei eine Studie abgaben, zwei Varianten zu vergleichen: Die grundlegende Sanierung des im Jahr 1976 eröffneten Hauses samt benötigter Erweiterung (auf dem Areal der ImmobilienGesellschaft) und ein Neubau „auf der grünen Wiese“ an der Wienerstraße (nach dem Oberndorfer- und Kocourek-Areal) auf einem von der Gemeinde vor Jahren angekauften 9.000 m großen Grundstück.

Als Berechnungsgrundlage wurden – für beide Varianten gleich – 770 m für das Haus mit allen benötigten Räumen, 710 m für eine Fahrzeughalle und 210 m für Werkstatt und Waschbox angegeben.

Sowohl die Garser Architektin Andrea Linsbauer-Groiß als auch der Horner Karl Gruber errechneten einen finanziellen Vorteil für den „Altbau“ mit einer Kostenersparnis von rund 780.000 bzw. 512.000 Euro. „Das beruht darauf, dass Linsbauer-Groiß von der teureren Ziegelbauweise ausgeht, Gruber von der Holzbauweise“, erklärte Wiesinger.

Auch Bürgermeister brach eine Lanze für Erweiterung

Der errechnete Kostenvorteil sei auch für den Gemeinderat Grund gewesen, sich gegen einen Neubau auszusprechen, zumal die zentrale Lage, die Möglichkeit für Kameradschaftspflege und das Abhalten von Veranstaltungen als Pluspunkte von den beiden hervorgehoben wurden. Und nicht zuletzt auch deshalb, weil man dann für das bestehende Haus in der Schillerstraße keine Nachnutzungsmöglichkeit zu suchen brauche.

„Letztendlich geht’s um die Kostenfrage“, brach auch Bürgermeister Martin Falk eine Lanze für Sanierung und Erweiterung. „Wir haben im Gemeindebudget etwa 200.000 Euro jährlich Spielraum – aber nicht nur für das Feuerwehrhaus. Da müssen wir uns schon gut überlegen, wie wir das finanzieren können.“

Er könne sich eine Etappenlösung ebenso vorstellen wie Darlehensaufnahmen, natürlich werde man auch nach Fördermöglichkeiten suchen.

„Wir müssen schon gut überlegen,
wie wir das finanzieren können.“
Bürgermeister Martin Falk

Und wie steht FF-Kommandant Thomas Nichtawitz zu dieser Entscheidung des Gemeinderates? „Es ist ganz klar, dass das kein ,Wünsch dir was‘ für die Feuerwehr ist. Ob wir diesen oder jenen Standort wollen, steht nicht mehr zur Debatte.“

Tatsache sei, dass die Gemeinde Entscheidungsträger sei und auch für die Finanzierung sorge, man werde sich jedenfalls Gedanken machen, wie man gemeinsam etwas auf die Beine stelle, „damit das Feuerwehrhaus auch in 30 Jahren noch zweckmäßig, zielführend und wirtschaftlich ist“.

Die weitere Vorgangsweise laut Wiesinger: „Im kommenden Jahr strategische Entscheidungen treffen, viele Gespräche führen, Raumkonzepte erstellen, damit man zur Planung schreiten und einen Kostenvoranschlag erstellen kann. 2016 könnte dann nach der Architektenfindung Baubeginn sein.“