Werk nicht geschätzt? Gedenkstein „verschwand“.... „Verschwundener“ Gedenkstein an Hermann Buchner ärgert seine Witwe Brigitta. Tafeln wurden an Schlossmauer montiert.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 11. März 2018 (06:11)
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Beklagt Geringschätzung ihres verstorbenen Gatten Hermann Buchner: Brigitta Buchner vor dem Schloss Stoitzendorf. Der von ihr errichtete Gedenkstein (kl. Bild) wurde entfernt.
Martin Kalchhauser, privat

Mangelnde Wertschätzung für das Lebenswerk ihres Gatten Hermann Buchner (1941 – 2007) beklagt die Witwe Brigitta Buchner. Das jüngst erschienene Buch „Eggenburger Kulturschaffende“, in dem auch über ihn geschrieben wurde, veranlasste die Frau, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Der gelernte Klavierbauer und begeisterte Musiker Hermann Buchner organisierte ab der Mitte der 1980er-Jahre bis zu seinem Tod Klavierkonzerte in seinem Schloss, das auch Klaviermuseum war.

Hermann Buchner, wie ihn seine Freunde und viele Musikliebhaber in Erinnerung haben: Im Schloss Stoitzendorf organisierte der Klavierbauer viele Jahre hindurch Konzerte. Foto: Archiv/Willi Brem
Archiv/Willi Brem

2012 zog Brigitta Buchner, die ab 2004 als (dritte) Ehefrau an seiner Seite war, weg. Als sie im Zuge ihrer Besuche am von ihr gepflegten Grab in Stoitzendorf 2014 zum Schloss kam, sah sie, dass der Stein abgedeckt war. „Als ich später hinkam, war er ganz weg.“ Lediglich an der Schlossmauer erinnern zwei Tafeln an den einstigen Besitzer und seine prominenten Gäste (Friedrich Gulda, Jörg Demus, Roland Batik, …).

Ortsvorsteher Ludwig Knell habe damals gemeint, sie sei damit einverstanden gewesen. „Das war ich aber nicht. Wenn die Tafeln nicht gut sichtbar sind, haben sie keinen Sinn!“

Der von Brigitta Buchner für ihren verstorbenen Ehemann errichtete Gedenkstein (Bild) wurde entfernt.
privat

„Wo der Stein hingekommen ist, weiß ich nicht“, meint Knell auf NÖN-Anfrage und verweist auf Schlossbesitzerin Helene Dechant. „Wir haben ihn entfernt, weil wir die Einfahrt renoviert haben und eine Grünfläche anlegen wollten“, erklärt sie und verweist auf die Tafeln an der Mauer, die „gut sichtbar“ angebracht seien. Wo ist der Stein? „Er steht im Schlosshof.“ Brigitta Buchner, die kein negatives Wort über die Stoitzendorfer verliert („Sie waren immer hilfsbereit zu uns!“), ärgert sich.

Bei den Recherchen zum Beitrag im Buch über die Kulturschaffenden habe sie eine Autorin kontaktiert, und sie habe angeboten, Unterlagen bereitzustellen. Einen weiteren Kontakt gab es aber nicht. Der Gedenkstein fand keine Erwähnung. Buchner: „Sie hat davon gar nichts gewusst!“

Nur zufällig erfuhr die Witwe von der Präsentation des Buches, in dem auch die Biografie ihres Mannes enthalten ist – allerdings ohne Erwähnung seiner Ehefrauen oder Kinder, die dort nach Buchners Diktion „totgeschwiegen“ wurden.