Bunte Eröffnung trotzte der Corona-Krise. Szene Waldviertel wurde im "Weitblick" im Campus Horn offiziell eröffnet. Die Künstler rund um Stephan Rabl wollen Menschen in Krise unterhalten - und Sicherheit bieten.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 28. September 2020 (11:17)

„Danke, dass wir dank euch in dieser schwierigen Zeit Kultur machen können“ – Szene Waldviertel-Chef Stephan Rabl bedankte sich bei der offiziellen Eröffnung des heurigen Festivals am 24. September im campus Horn ganz besonders bei seinem Team für dessen Einsatz. Ehe das Festival nun im Herbst über die Bühne gehen kann, habe es „seit Jänner von Plan A bis Plan F“ viele mögliche Szenarien gegeben.

Dass das heurige Festival – und andere Kulturveranstaltungen dank des großen Einsatzes der Veranstalter nun möglich seien, sei für die Menschen von enormer Wichtigkeit. „Kultur ist lebenswichtig. Die Menschen brauchen sie, um das Leben in allen Facetten genießen zu können“, sagte Rabl. Und Bürgermeister Jürgen Maier wies darauf hin, dass man gerade in Zeiten wie diesen merke, dass Kunst und Kultur keine Selbstverständlichkeiten seien und wir sie „in Zukunft wieder bewusster konsumieren müssen. Wir müssen merken, was uns jetzt fehlt“, sagte er.

An diesem Abend und am gesamten Wochenende fehlte es den Gästen aber an nichts. Schon bei der Eröffnung machten der Allentsteiger Musiker David Sporrer, US-Songwriter Bryan Benner, Cellistin Anna Starzinger und die Gruppe ASAP aus Zimbabwe Lust auf mehr. Die Truppe „Jonglissimo“ begeisterte die Gäste im Anschluss mit einer fesselnden Jonglage, einer atemberaubenden Lichtshow und bewegenden Geschichten. Singer/Songwriter Bryan Benner, das Kammermusiktrio Trio Klavis mit Sabina Hasanova (Klavier), Jenny Lippl (Geige) und Miha Ferk (Saxofon) sowie die Popsängerin Violetta Parsini sorgten dann beim „Late-Night-Liederabend“ für einen Musik-Mix der Extraklasse und einen Tages-Ausklang, den die Gäste im Weitblick des Campus Horn über den Dächern Horns genossen.

Kultur als „sicherer Platz“ in Coronazeiten

Dass das Szene Waldviertel-Festival niemanden kalt lässt, bewies auch der Wettergott. Er ließ es – passend zum Motto „Singin‘ in the Rain“ des heurigen Festivals am Eröffnungstag regnen. Der Schwerpunkt des Festivals wird heuer – im Gegensatz zu den vergangenen Auflagen – von Künstlern aus Österreich gebildet. Und dass sich der Besuch der weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Festivals nicht nur aus künstlerischen Gründen lohne, ist für Rabl ebenfalls klar: „Die Kultur hat es gerade nicht einfach. Daher gehen Sie bitte hin. Es gibt derzeit auch nur drei sichere Plätze: Zu Hause, die Natur und die Kultur“, verwies er auf die strengen Sicherheitsvorkehrungen, die die Veranstalter derzeit umsetzen. „Jeder Veranstalter wird alles tun, dass sich Menschen wieder begegnen können – und dabei sicher sind.“

In diesem Sinne kann man nur in Abwandlung der einleitenden Worte Rabls sagen: „Danke, dass ihr in dieser schwierigen Zeit Kultur für uns macht.“