Happy End für das Aschenputtel in Weitersfeld. Trotz coronabedingt harter Probenzeit begeisterten Schüler der Mittelschule Weitersfeld bei Premiere ihr Publikum.

Von Leo Nowak. Erstellt am 09. Juli 2021 (04:00)

„Wir freuen uns, dass unser Theaterstück Aschenputtel nach der schwierigen und langwierigen Vorbereitungszeit und den vielen coronabedingten Verschiebungen nun doch noch vor Schulschluss stattfinden konnte“, zeigte sich Margarete Wahl, die umtriebige Gesamtleiterin des Jahresprojekts der Weitersfelder Mittelschule nach der Premiere im Widdersaal der Gemeinde begeistert.

Und es war eine gelungene Produktion, die der bewährte Regisseur Josef Newerkla nach Isolde Kerndls „Aschenbrödel“ bearbeitet und mit vielen neuen Ideen verwirklicht hat. Die Geschichte von der Tochter des verwitweten Grafen Edelweiß, die nach dessen Heirat von der neuen Stiefmutter (von Nadine Rockenbauer glaubwürdig dargestellt) und ihren beiden hochmütigen Töchtern (Marlene Krehan und Viktoria Toifl) zur Aschenmagd degradiert und drangsaliert wird, berührte die vielen Besucher.

Diese waren auch von den bunten Kostümen, besonders aber von der interessanten Bühnengestaltung begeistert. So verwandelte sich das Bühnenbild durch gekonnte Videoprojektion vom Marmorsaal im Schlosse binnen Kurzem zur ärmlichen Küche im Erdgeschoß bis zum prächtigen Ballsaal, in dem der melancholische Prinz Ernst zu Güldenland (Johannes Wahl) sich in die liebliche, aber unbekannte Prinzessin (Florentine Greylinger) verliebt, die er erst nach der Probe des verlorenen Schuhs als die seine erkennt.

Munter gestalteten sich die Szenen mit dem Hofstaat, wo fast alle Schüler der 4. Klasse, insbesondere Zeremonienmeister Herr von Pitzelstein (Lena Forster) und der urige „Ui Jegerl, das kostet viel zu viel“-Säckelwart (Lukas Schnopfhagen) aufmischten. Bis sich schließlich das Märchen, das vom ehemaligen Mittelschul-Lehrer Franz Eidher kommentiert wurde, wie schon bei den Brüdern Grimm dem Happy End zuneigte.

„Ich bin stolz auf meine Schüler und auf mein Lehrerteam und dankbar allen Helfern“, kommentierte Direktorin Silvia Chudoba das gelungene Werk. Auf ihrem Video brachte Tochter Barbara sogar ihren Vater Ernst dazu, das Aschenputtel mittels der hauseigenen Schimmel auf der Bühnenleinwand durch die heimische Landschaft fahren zu sehen. Die rasch wechselnden Einsätze der technisch gut verstärkten Darsteller und der passend einsetzenden Musikgruppe unter Leitung von Karo Schöbinger wurden trotz der kurzen, teilweise im Distance-Schooling verbrachten Probenzeit grandios bewältigt. „Es war ein Höhepunkt in einem schwierigen Jahr“, betonte Elternvereinsobfrau Johanna Stumpf, die als Belohnung alle Beteiligten und Gäste zu einer kleinen Agape im Gasthaus Kurz einlud.