Im Winter auf die Pisten? Rundschau im Bezirk Horn. Der Lockdown verzögert den Start für die Skisaison. Aber ist überhaupt die Bereitschaft da, in die Berge zu fahren?

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 25. November 2020 (05:51)
Symbolbild

Ein Jahr ohne Wintertourismus? In Österreich nur schwer vorstellbar. Momentan sind Prognosen noch unmöglich, doch allzu optimistisch ist die Stimmung nicht. Gerade bei der skifahrenden Bevölkerung ist die Zurückhaltung zu spüren. Verständlich. Niemand kann voraussagen, was die Zeit nach dem Lockdown bringt. Auch die Reisebüros spüren diese Entwicklung.

Skisaison müsse erst einmal starten können

„Der Winterurlaub ist nicht unser Kerngeschäft, aber normalerweise bucht doch hin und wieder jemand über uns den Skiurlaub“, erklärt Sabine Holzapfel-Friedrich vom ÖAMTC Reisebüro in Horn.

Vor allem durch die Kooperation mit Travel Partner würden öfters Buchungen hereinkommen. Momentan sei das Ganze aber noch sehr verhalten. „Man kann noch nicht sagen, wie sich die Coronalage entwickelt. Zuerst müsste die Skisaison überhaupt ordentlich starten können“, sagt Holzapfel-Friedrich.

NOEN

Zahlreiche Faktoren müssten laut ihr für eine längere Planung eines Urlaubs miteinberechnet werden. „Es hängt alles von den Vorgaben der Regierung und der Einhaltung dieser von den Menschen ab.“

Auch die Stornobestimmungen der Hotels seien ein wichtiger Faktor. Niemand wolle gerade ein Risiko eingehen. „Wenn die Zahlen nicht zurückgehen, haben wir im Jänner vielleicht wieder einen Lockdown. Dann müsste erst wieder alles abgesagt werden“, schildert die Reiseberaterin.

Buchungen für Skiurlaub heuer kurzfristig

Optimistisch bleiben will Iris Mairhofer vom RUEFA Reisebüro. Der Wintertourismus läuft bei ihr vor allem über Gruppenbuchungen von ganzen Häusern oder Apartments. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese aber stark zurückgegangen. „Wir haben den Winter noch nicht abgeschrieben. Die Buchungen werden hundertprozentig noch kommen, auch wenn die Stimmung momentan noch sehr verhalten ist“, meint sie. „Wenn, dann wird in diesem Winter alles kurzfristig passieren.“

Ein leidenschaftlicher Skifahrer ist der Horner Stadtrat Wolfgang Welser. Normalerweise gibt es für ihn keinen Winter ohne einen Abstecher in die Berge. Auch heuer ist er noch guten Mutes, dass sein Skiurlaub stattfinden kann. „Ich habe schon für Mitte Jänner gebucht“, offenbart Welser.

Allerdings sei die Situation bei ihm auch eine besondere. „Ich fahre seit 20 Jahren nach Zauchensee, wo Freunde von mir eine Wohnung vermieten. Da muss ich keine Stornogebühren zahlen, was mir die Entscheidung leichter macht.“ Auch für März hat der sportbegeisterte Stadtrat schon für drei Wochen reserviert.

Im Moment heißt es allerdings auch abwarten, dass der Urlaub mit nicht allzu großen Einschränkungen ablaufen kann. „Ich bin natürlich nicht unvorsichtig. Die Seilbahnen müssen sich schon etwas einfallen lassen“, meint er. Vor allem die Gondeln seien anfällig. Auch beim Anstehen am Lift brauche man ein geordnetes System.

Noch abwartend ist der Sigmundsherberger Bürgermeister Franz Göd. Auch er ist ein leidenschaftlicher Skifahrer. Allerdings macht er meist nur Tagesausflüge. Annaberg oder das Hochkar werden öfters von ihm besucht.

„Ich warte fürs Erste ab, was da noch kommt. Das Skifahren hat gerade nicht die höchste Priorität“, meint Göd. Wenn es möglich ist, würde er aber schon gerne wieder fahren. „Mit entsprechender Vorsicht glaube ich schon, dass es wieder gehen wird. Der Ausfall der kompletten Saison wäre eine Katastrophe für die Wirtschaft.“

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