Gertrudskirche: Wertvollen Schatz vor Verfall gesichert

Erstellt am 12. Mai 2022 | 04:59
Lesezeit: 3 Min
Die teils über 700 Jahre alten Fresken in der unterhalb der Burg gelegenen Gertrudskirche werden von Fachleuten konserviert.
Werbung

„Eigentlich ist es unglaublich“, wundert sich Restauratorin Fabia Podgorschek, „wie alles noch so dasteht. Ein tolles Objekt, das auf jeden Fall erhaltenswert ist.“ Gemeint sind die Kirche und die Wandmalereien samt den Glasfenstern in der Gertrudskirche, neben der Burg das unverkennbare Wahrzeichen der Marktgemeinde Gars. Die Kirche wurde 1135 erstmals erwähnt und war eine der dreizehn Eigenpfarren der Babenberger. Als solche war sie für Jahrhunderte auch die Pfarrkirche.

Dass diese Fresken, nachdem sie vor ziemlich genau 50 Jahren restauriert wurden, weiterhin erhalten bleiben, sorgt das Bundesdankmalamt mit dem Projekt „Mittelalterliche Wandmalereien in NÖ“, das die Konservierung wertvoller Objekte vorantreibt.

Reinigung der Flächen ist mühsam und zeitraubend

Die Fresken wurden im vorigen Jahr alle aufgenommen und untersucht und hinsichtlich der Schäden nach einem „Ampelsystem“ gereiht. Jetzt werden sie gesichert und konserviert. „Es ist eine Konservierung, keine Restaurierung“, wie Podgorschek ausdrücklich betont. Und Linda Marlovits, Obmann-Stellvertreterin des Pfarrgemeinderats Gars, ergänzt: „Bei vielen Fresken steht die Ampel nicht auf Rot, sondern auf Dunkelrot!“

Der Beginn ist immer eine Reinigung der Malereien und Wandflächen vom Weißschleier, der Putz muss gefestigt, oft mit Spritzen hinterfüllt werden. „Dabei muss man sehr vorsichtig sein, denn der Putz ist meist sehr mürbe“, weiß die erfahrene Restauratorin.

Älteste Wandmalerei aus dem 13. Jahrhundert

Eine der ältesten Wandmalereien dürfte eine Schutzmantel-Madonna aus dem 13. Jahrhundert sein, weitere sind in den folgenden drei Jahrhunderten entstanden wie etwa eine Darstellung des Abendmahls oder auch eine des Hl. Leopold. Einer der Künstler war der „Meister von Thunau“, der im 14. Jht. eine Reihe von Heiligenwandbildern gestaltet hat.

Auf eine Besonderheit, die vielen Thunauern (und Garsern) nicht bekannt sein dürfte, macht Marlovits aufmerksam: „Das Fresko an der Außenwand links vom Eingang stammt aus dem 15. Jahrhundert und zeigt – leider nur in einigen Umrissen mehr erkennbar – den Heiligen Christophorus. Der wurde absichtlich dort platziert, damit man ihn von der Burg aus sehen kann. Denn damals herrschte die Meinung vor, dass einem, wenn man auf den Heiligen schaut, den ganzen Tag nichts passieren kann.“

Werbung