Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

Tierschmuggel nur durch Zufall entdeckt. Exotische Tiere gerettet | Illegal aus Ägypten importierte Schlangen, Agamen und Schildkröten hatten Wert von fast 30.000 Euro!

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HARMANNSDORF | Wegen Schnellfahrens hielten Polizeibeamte am 17. Juni in Harmannsdorf auf der B 4 einen tschechischen Wagen auf. Was sie im Inneren vorfanden, ließ sie staunen. Ihnen waren Tierschmuggler ins Netz gegangen!

Im Kofferraum tummelten sich in Koffern und Leinensäcken zahlreiche fremdländische Reptilien und Schildkröten. Über Anordnung des Amtstierarztes Alois Schweiger (BH Zwettl) wurde der Gföhler Reptilienexperte Georg Jachan zugezogen, der bestimmen konnte, dass es sich bei den Tieren um 42 Stück (schwach giftige) Sandvipern, 55 Stück Dornschwanz-Agamen und zehn ägyptische Landschildkröten handelte. Der Wert der Exoten beträgt zwischen 25.000 und 30.000 Euro.

„Von artgerechter Haltung war keine Rede“, ärgert sich Jachan. Eine Schlange und eine Agame waren auch bereits verendet. Jachan übernahm die Tiere in Gars und brachte sie vorläufig bei sich in Gföhl unter. Nur zwei Tage später wurden sie von ihm an kompetente Institutionen wie den Tiergarten Schönbrunn und das Haus des Meeres in Wien weiterzugeben. Ein kleiner Teil verblieb beim Gföhler, der einer der wenigen Niederösterreicher ist, der auch Giftschlangen artgerecht halten kann und darf.

Schlangen im Koffer 

Wie sich bei den Ermittlungen der Polizei herausstellte, war einer der Tschechen am 15. Juni nach Kairo geflogen und am Tag der Polizeikontrolle von dort wieder zurückgekehrt. Die Tiere hatte er offenbar im normalen Gepäck transportiert. Der andere Mann im Fahrzeug hatte ihn vom Flughafen Schwechat abgeholt.

Gegen die Tschechen werden Anzeigen wegen Tierquälerei erstattet, zudem erwarten sie Verwaltungsstrafen wegen Verstoßes gegen Artenschutzabkommen und Zollbestimmungen.