Todesangst bei Brand: Betagtes Ehepaar gerettet. Großbrand schloss Haus ein. 160 FF-Leute im Einsatz. Tolle Unterstützung durch Landwirte und Bevölkerung.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 18. August 2015 (11:02)
Die Löscharbeiten wurden durch enorme Hitze und die Dürre erschwert. Der böige Wind leistete einen weiteren Beitrag zur Erschwernis der Arbeiten. Fotos: Anton Mück, Stefan Führer, Martin Kalchhauser, Emil Koll
NOEN, Feuerwehr

Dramatische Szenen forderten rund 160 Mitglieder von elf Feuerwehren sowie 15 Rotkreuzhelfer beim Großbrand am Nachmittag des 11. August. Nördlich der Riede „Ostergarten“ war der Mischwald in Brand geraten.

NÖN.at hatte berichtet:



Einsatzleiter Johann Waschl reagierte goldrichtig, als er gegen 16 Uhr, noch während der Lage-Erkundung, Großalarm auslöste.

Rechtzeitig gelang es, das Ehepaar Elfriede (79) und Hermann Schneikart (84) aus seinem Haus zu retten. Dieses war schon von drei Seiten von Feuer und Rauch eingeschlossen.

Beide erlitten eine Rauchgasvergiftung und landeten ebenso im Spital wie sechs FF-Kameraden, die bei der Hitzeschlacht (es hatte 37 Grad im Schatten!) im steilen Gelände kollabierten – unter ihnen FF-Bezirkschef Werner Loidolt.

 

Flammen drohten Fahrzeug einzuschließen

Immer wieder fachte der Wind die Flammen an. Spannende Augenblicke gab es, als ein Fahrzeug der FF Altenburg von den Flammen eingeschlossen zu werden drohte. Die Befreiung gelang den betroffenen FF-Männern aber allein.

Dann schon der nächste Schreck: Kurze Zeit war ein 15-jähriger FF-Kamerad abgängig, tauchte zum Glück aber bald unversehrt wieder bei seinen Kollegen auf.

Rund drei Kilometer Schlauchleitung mussten gelegt werden, um rund 150 m Wasser zum Brandort zu bringen. Ein 45 m fassender Pool wurde leergesaugt, und mehrere Landwirte standen den Hilfskräften mit zehn Güllefässern zur Seite.



Um 22.15 wurde „Brand aus“ gegeben. Die Brandsicherheitswache bekam in den frühen Morgenstunden des folgenden Tages jedoch noch mehrmals Arbeit durch aufbrennende Glutnester. Erst am Vormittag des 12. August war die Gefahr dann endgültig gebannt.

„Das Ganze war emotional nicht ohne. Aber es hat alles sehr gut geklappt“, zieht Waschl Bilanz über den fordernden Einsatz. Die Kooperation zwischen den Wehren war perfekt.

Lob gibt es für die Landwirte („Sie hatten die Güllefässer gefüllt daheim stehen und waren fast so schnell da wie wir!“) und vor allem die Mödringer Bevölkerung: „Das war großartig. Unsere Leute wurden unaufgefordert mit Trinkwasser versorgt.“