Altenburg

Erstellt am 17. Oktober 2018, 03:36

von Thomas Weikertschläger

Staatspreis für das Stift Altenburg. Das Stift Altenburg wurde mit dem Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft ausgezeichnet. Auch Sonderpreis ging an das Benediktinerstift.

Gratulierten Abt Thomas Renner und Forstverwalter Herbert Schmid (hinten, 2. und 3. von links) zum Staatspreis: Felix Montecuccoli, Josef Schwaiger, Josef Moosbrugger, Johannes Schima (vorne, von links), Rudolf Rosenstatter und Franz Essl (hinten).  |  wildbild

Tolle Auszeichnungen durfte das Stift Altenburg für sich verbuchen: Das Benediktinerstift wurde mit dem „Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft“ und zusätzlich mit dem Preis in der Sonderkategorie „klimafitter Wald“ ausgezeichnet.

„Zeigt unseren breiten Zugang zum Thema“

Freude über diese Preise herrscht nicht nur bei Abt Thomas Renner und Prior Michael Hüttl, auch Forstdirektor Herbert Schmid zeigte sich erfreut, ist es doch nach dem Naturschutzpreis des Landes NÖ, den das Stift im Vorjahr erhalten hat, die zweite Auszeichnung für die Waldwirtschaft des Stiftes innerhalb kurzer Zeit. Und, so Schmid: „Das sind zwei Preise, die nach völlig anderen Gesichtspunkten vergeben werden. Während bei dem einen Preis der Naturschutz im Fokus steht, ging es diesmal eher um den produktiven Bereich. Das zeigt unseren breiten Zugang zum Thema“, so Schmid.

Insgesamt bewirtschaftet das Stift Altenburg eine Fläche von 2.800 Hektar Wald. Durch die ausbleibenden Niederschläge und die Hitzeproblematik der vergangenen Jahre und den damit verbundenen Problemen für Fichte und Kiefer hat Schmid schon vor Längerem damit begonnen, die Waldbestände umzustellen. Als „Zukunftsbaum“ sieht er die Tanne, aber auch Eichen und Buchen, „die hier ja schon vor der Fichte heimisch waren, ehe der Mensch mit der Regulierung des Waldes in das System eingegriffen hat“.

Der Mensch habe versucht, Vorgehensweisen des Ackerbaus auch auf die immer geringer werdenden Waldflächen umzulegen und Fichten zu pflanzen. „Und das holt uns jetzt ein. Viele sehen die Fichte als ,Brotbaum‘. Aber was nützt uns das, wenn die Fichte nicht mehr mit den klimatischen Voraussetzungen, die nun herrschen, zurecht kommt?“

Tradition und Innovation in Waldwirtschaft kombiniert

Das Stift habe daher den Weg gewählt, auf Artenvielfalt und Biodiversität zu setzen. Außerdem setzt das Stift auf Einzelbaumentnahmen in Kombination mit gezielt geförderter Naturverjüngung. Dadurch konnten die Bestände bereits auf Dauerwald mit stufigem Aufbau und einer entsprechenden Artenmischung umgestellt werden.

Auch ein hoher Totholzanteil trägt seinen Teil zur Biodiversität bei. Entlang von Waldstraßen wurden etwa 30 Hektar Grünflächen angelegt, die einerseits als Holzlagerplatz genutzt werden, andererseits als natürliche Äsungsflächen für Schalenwild dienen. Damit wird – neben der intensiven Bejagung – der Verbissdruck auf Verjüngungsflächen verringert.

Außerdem kombiniert das Stift in seiner Waldwirtschaft Tradition und Innovation. Seit dem Vorjahr werden teilweise im Natura 2000 Gebiet Holzrückungen mit Pferden durchgeführt, um durch diese schonende Behandlung den Waldboden – „unsere wichtigste Ressource“, wie Schmid sagt – zu schonen. Andererseits werden modernste Planungs- und Organisationssysteme eingesetzt. Auch die Zusammenarbeit mit diversen Organisationen wie der Bezirksbauernkammer, der Universität für Bodenkultur oder der Naturschutzabteilung des Landes NÖ sind für das Stift Altenburg längst Selbstverständlichkeit.