Uhren-Experte Ferdinand Stangler verstorben. Der Mödlinger, der die Uhrensammlung im Krahuletz-Museum in Eggenburg saniert hatte, verstarb wenige Tage nach seinem 92. Geburtstag.

Von Gudrun Foelsche. Erstellt am 25. Mai 2020 (18:08)
Ferdinand Stangler, der die Uhrensammlung im Eggenburger Krahuletzmuseum sanierte, verstarb kurz nach seinem 92. Geburtstag.
Martin Kalchhauser

Seine Begeisterung für Uhren verfolgte ihn schon seit seiner Jugend. Schon als Kind hatte er eine Uhr der Eltern zerlegt und erfolgreich wieder zusammen gebaut. In der Kriegszeit sorgte der damals 16-jährige Schüler für überlebenswichtige Nahrungsmittel, indem er aus kaputten Teilen neue Wecker zusammenbaute und verkaufte.

Viele Jahre später traten die Uhren wieder „lebensrettend“ in sein Leben. Ferdinand Stangler hatte bereits eine beeindruckende akademische Karriere als Physiker gemacht und als Dekan der Formal- und Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien Managementaufgaben übernommen. Die neue Aufgabe bereitete ihm mitunter auch schlaflose Nächte, die er mit dem beruhigenden Reparieren von Uhren ausfüllte.

Sein Meisterstück war die Sanierung der Uhrensammlung im Krahulez-Museum. Stangler hat etwa 150 Uhren aus unterschiedlichsten Jahrhunderten restauriert und damit der Nachwelt bewahrt.

Für die Stadt Mödling war dieses auswärtige Engagement in Eggenburg ein Glücksfall, denn seit 2002 betreute Stangler auch die Uhrensammlung im Museum Mödling. 2006 vertiefte er seine Beziehung zum Museum weiter und folgte dem Wunsch, die Obmannschaft in diesem Verein zu übernehmen.

Zahlreiche Auszeichnungen würdigen Professor Ferdinand Stanglers Einsatz und Tätigkeiten, darunter die Ehrennadel für Kunst und Kultur der Stadt Mödling und das Goldene Doktordiplom der Universität Wien.