Erstellt am 29. Dezember 2010, 00:00

Trauer um Hans Hoyos. ANERKANNT / Gutsherr starb im Schloss Horn, wo er 1923 geboren worden war. Begräbnisfeierlichkeiten finden am 8. Jänner statt.

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VON MARTIN KALCHHAUSER

HORN / In Horn war er als „der Graf“ bekannt und anerkannt, seinen Mitarbeitern ein überaus beliebter Vorgesetzter: DI Johannes (Hans) Hoyos starb am 20. Dezember im 88. Lebensjahr.

Geboren am 5. Mai 1923 im Schloss Horn - nur wenige Meter von jenem Zimmer entfernt, wo er nun für immer die Augen schloss – besuchte Hoyos Volksschule und Gymnasium in Horn. Nach dem Kriegseinsatz als Gebirgsjäger studierte er Land- und Forstwirtschaft an der Hochschule für Bodenkultur (heute BOKU) in Wien. Studienreisen führten den Mann in die USA, nach Kenya, Tanganyika, Indien und Südamerika.

Nach dem Studienabschluss verwaltete Hoyos ab 1950 den väterlichen Besitz mit, ab der Erbteilung 1968 führte er die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Waldviertel und im Voralpenland. Besondere Obsorge galt den Schlössern Drosendorf, Horn und Rosenburg, die in seiner Zeit umfassende Restaurierungen und Renovierungen erlebten. 1990 trug er dazu bei, dass die NÖ Landesausstellung auf der Rosenburg stattfand.

1978 wurde Johannes Hoyos durch Ordenssouverän Otto Habsburg in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen, war aber auch in zahlreichen Funktionen (Verband landwirtschaftlicher Gutsbetriebe Österreichs, Forstausschuss der Landwirtschaftskammer NÖ,…) tätig.

Bis zuletzt wurde der nun Verstorbene im vertrauten Familienverband betreut und durfte gut umsorgt in seinem geliebten Schloss Horn wohnen.

Um den unverheiratet und kinderlos Verstorbenen trauern vor allem seine beiden noch lebenden Geschwister Bernhard Hoyos-Trauttmansdorff und Eleonore Thun-Hohenstein. Bruder Nikolaus starb bereits als Kind, Bruder Ernst fiel im Krieg. Der Sohn des ebenfalls bereits verstorbenen Bruders Heinrich, DI Markus Hoyos, wird das Erbe seines Onkels fortführen. Er leitete schon in den vergangenen Jahren das Gut.

Unvergessen wird Johannes Hoyos bei vielen seiner teils langjährigen Mitarbeiter bleiben. „Graf Hoyos war ein ,Super-Chef‘, hat immer auf seine Leute geschaut“, zeigt sich etwa ein langjähriger Wegbegleiter von seinem Tod betroffen. So konnte er sie stets zu großen Leistungen motivieren, etwa nach dem Krieg, als es galt, das von Russen verwüstete Palais der Familie in Wien zu sanieren.

Die Beisetzung findet in feierlichem Rahmen am Samstag, 8. Jänner, statt. Um 14 Uhr wird in einem eigens errichteten Zelt vor dem Schloss Horn ein Requiem gefeiert, danach geht es von dort im Kondukt zum Friedhof, wo Johannes Hoyos im Familiengrab bestattet wird.

So werden DI Hans Hoyos viele in Horn und Umgebung in Erinnerung behalten.PRIVAT