Weitersfeld: Lebensmittel kommen durch das Fenster. „Traude“ Gwirtner lässt ihre Kunden auch in Corona-Krise nicht allein.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. März 2020 (13:56)
„Traude“ Gwirtner liefert auch in „Corona-Zeiten“ frisches Gebäck in 17 Orte der Region.
Nowak

Schon zwölf Jahre hält die stets freundliche und heitere „Gebäckausführerin“ Edeltraud „Traude“ Gwirtner (55) aus Starrein die Stellung. Sie ist bei jedem Wetter und das ganze Jahr über mit dem Firmenauto unterwegs, um die Bevölkerung mit Lebensmitteln und – wenn notwendig oder bestellt - auch anderen lebensnotwendigen Kleinigkeiten zu versorgen. NÖN-Mitarbeiter Leo Nowak hat mit ihr gesprochen, wie sehr sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit ausgewirkt hat.

NÖN: Wie sieht ihr Tagesablauf aus?

Traude Gwirtner: Um 5 Uhr bin ich in der Firma, packe alles in das Auto und bin eine Stunde später an vier Tagen der Woche bis mittags in 17 kleinen Orten im Umkreis von 30 Kilometern zu meinen Kunden unterwegs.

Wer sind hauptsächlich ihre Abnehmer?

Meist sind es Menschen mittleren Alter bzw. Ältere, die kein eigenes Fahrzeug haben. Die sind dann froh, dass sie sich im Ort treffen, etwas plaudern und das Notwendige kaufen können.

Ich bin gern im Kontakt mit Leuten und froh, den Arbeitsplatz in der Nähe des Wohnortes zu haben“ 

Hat sich an dieser Situation durch die „Corona-Virus-Verordnung“ etwas geändert?

Seit der Verordnung der Regierung trage ich bei der Auslieferung Handschuhe und halte nach Möglichkeit den Abstand ein. Außerdem übergebe ich die Lieferungen meistens durch die Fenster. Viele der Kunden hängen einfach nur ihre Einkaufstasche mit Bestellzettel und dem notwendigen Geld auf das Haustor. Ich selbst habe immer auch ein Desinfektionsmittel zum eigenen Schutz dabei.

Wie ist die Stimmung bei Ihren Kunden nach den Ausgangsbeschränkungen?

Die meisten nehmen die Situation ernst. Viele sind auch gelassen und müssen manchmal erst auf die neuen Vorschriften aufmerksam gemacht werden. Manche Jüngere sehen sie als übertrieben an.

Werden Sie diese Arbeit bis zu ihrer Pension weitermachen?

Ich hoffe schon. Ich bin gern im Kontakt mit Leuten und froh, den Arbeitsplatz in der Nähe des Wohnortes zu haben. Am Nachmittag kann ich mich nach Ende dieser Beschränkungen dann wieder um meine Enkel kümmern, worauf ich mich schon jetzt freue.