Nowak-Lebenswerk ging an das Museum Horn. Klöppelsammlung von Edeltraud Nowak ist nach Aus für die Nostalgiewelt künftig im Museum Horn zu sehen.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 01. Januar 2021 (06:01)

Mit Schließung der Nostalgiewelt Eggenburg musste sich Edeltraud Nowak, Leihgeberin einer bisher in der Nostalgiewelt gezeigten Klöppelsammlung, auf die Suche nach einem neuen Standort für ihr Lebenswerk machen. Jetzt hat sie mit dem Museum Horn eine neue Heimat für ihre Sammlung gefunden. Die 1940 als Edeltraud Heiler geborene Eggenburgerin hat sich nun entschlossen, die Sammlung dem Museum Horn schenkungsweise zu überlassen. Die Sammlung soll unter dem Namen „Klöppelsammlung Edeltraud Nowak“ geschlossen erhalten bleiben, eine Weiterveräußerung von Gegenständen aus der Sammlung ist vertraglich ausgeschlossen, erklärt Museumsleiter Anton Mück.

Sammlung enthält zahlreiche Unikate

Diese umfangreiche und wertvolle Sammlung besteht aus 160 gerahmten und ungerahmten Klöppelbildern, Fingerhüten und Hutnadeln, Schriftgut und Arbeitsmobiliar. Gemeinsam mit dem Obmann des Trägervereins der Nostalgiewelt, Rudolf Hauer, und Heide Manoutschehri wurde diese Übergabe in Beisein vom Kulturstadtrat Martin Seidl vollzogen.

In das Museum Horn passe diese Sammlung besonders gut, weil einerseits die Verbindung des Klöppelns/Spitzenarbeit als traditionelle Winterarbeit der Frauen in das Kompetenzzentrum für historische Landtechnik gegeben sei und andererseits die aktive Textilgruppe im Museum unter der Leitung von Heide Manoutschehri stets an der Bedeutung der Textilstadt Horn (Tuchmachersiedlung, Färberei …) arbeite und für die Bewahrung solcher Textilien befähigt sei, sagt Seidl. Nun wird Manoutschehri mit ihrem Team die Sammlung inventarisieren, fachgerecht lagern und zu den Inhalten dieser Sammlung und der Sammlerpersönlichkeit 2022 eine Sonderschau organisieren.

Nowak hatte die Volks- und Hauptschule in Eggenburg besucht, dann als Krankenschwester im städtischen Krankenhaus gearbeitet. Später besuchte sie eine Krankenpflegeschule in Wien, wo sie bis zur Pensionierung beschäftigt war. Als begeisterte Handarbeiterin konzentrierte sie sich auf die Kunst des Klöppels, das sie in Wiener Neustadt von 1996 bis 2014 in Kursen erlernte.

Ihre Lehrerin Margarete Kalab stellte Nowak viele selbstgezeichnete Klöppelbriefe (Unikate) zur Verfügung. Die ersten Quellen für das Klöppeln sind Musterbriefe aus dem 16. Jahrhundert aus Italien, wo man die Ursprünge vermutet. Das erste Buch über die Klöppeltechnik erschein 1557 in Venedig. Auch in Flandern gab es schon bald Geklöppeltes. Die sogenannte „Salzburger Spitze“ entstand im heutigen Flachau. Edeltraud Nowak verwendet vor allem Klöppelzwirn in allen Stärken, Häkelgarne, Stickgarne, Wolle und kleine Perlen.

Der größte Teil der Arbeiten, Häuser, Kirchen, Tiere, Blumen, Bäume, Schiffe und Spitzmuster befinden sich hinter Glas, als Schutz vor Verschmutzung. Die Sammlung umfasst 165 Exponate und 122 Klöppel. Die Klöppelwerkzeuge sind aus Glas, Stein, Holz, vor allem Oliven- und Birkenholz. Es sind 60 Klöppeln mit bunten Fäden in einer Klöppeltasche vorhanden. Zum Arbeiten benötigt man eine verstellbare Lupe, Klöppelspangen aus Holz, verschiedene Stecknadeln, ein Skalpell, eine Handarbeitsschere, ein Zentimetermaß und Fingerhüte. Alle gezeigten Arbeiten sind von Edeltraud Nowak gefertigt.