Unerwartet klares Nein. Zwei Drittel gegen das ÖVP-Projekt. Deutlichkeit des Ergebnisses war für Befürworter und Gegner überraschend.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 17. Juni 2014 (12:02)
NOEN, Martin Kalchhauser
Die Wahlkommission Klein Jetzelsdorf mit Vizebürgermeister Alfred Quirtner, Robert Fleischhacker, Dieter Antony und Martin Swoboda (von links) war die einzige, bei der am Ende eine Mehrheit für ein »Ja« zum ÖVP-Plan zu Buche stand. Die Wahlbeteiligung lag hier mit 68,7 Prozent besonders hoch. Foto: Martin Kalchhauser
Unerwartet deutlich erteilten die Bürger dem Plan der ÖVP für ein Veranstaltungszentrum samt Gemeindegasthaus bei der Volksbefragung am 15. 6. eine Abfuhr. Bei der von der SPÖ initiierten Wahl sprachen sich zwei Drittel gegen das 1,3-Millionen-Projekt aus.

Ortschef enttäuscht: „Taktik der SPÖ ist aufgegangen“

„Für mich enttäuschend“, kommentierte Bürgermeister Erwin Krottendorfer das Resultat. „Ich bin überzeugt, dass der Plan ein zukunftsorientiertes Projekt ist. Die Taktik der SPÖ, die Stimmen der Gegner mit denen zu vereinen, die meinen, wir brauchen überhaupt nichts, ist aufgegangen.“

Das Ergebnis sei ein „Diskussionsthema“. Man werde zwar sicher „nicht über den Wählerwillen hinweggehen“, aber: „Was die Leute wollen, kann man aus dem Ergebnis ja nicht herauslesen.“ Dass man jetzt alle Überlegungen über ein Veranstaltungszentrum abdreht, hoffe er nicht: „Das wäre ein falsches Signal!“

Mehrheit wäre schlecht beraten, das Ergebnis zu ignorieren

Überrascht ist SPÖ-Chef Georg Platzer, dessen Fraktion die Befragung initiiert hatte: „Ich habe schon mit einem Nein gerechnet, aber knapp.“ Für Platzer haben die Sachargumente gegen das teure Vorhaben den Ausschlag gegeben.

Auch der taktische Versuch der ÖVP, mit einer Aussendung am Freitag daraus ein parteipolitisches Thema zu machen, sei fehlgeschlagen. „Die Wähler haben über das Projekt entschieden.“

Die Mehrheit wäre schlecht beraten, das Ergebnis zu ignorieren, so Platzer. „Wir stehen zum gemeinsamen Grundsatzbeschluss für ein Zentrum, aber 850.000 Euro müssen reichen.“ Jetzt sei es Zeit, eine Lösung zu suchen und eine gemeinsame Entscheidung zu treffen.

Röschitzer Volksbefragung

Fragestellung am Sonntag, 15. Juni 2014: „Sind Sie dafür, dass der bestehende Bauhof der Marktgemeinde Röschitz zu einem Veranstaltungssaal umgebaut sowie das Anwesen Granitz Nummer 31 (,Weiner-Haus‘) angekauft und zu einem neuen Bauhof umgebaut werden soll?“

Wahlberechtigte: 1.208
Abgegebene Stimmen: 718
gültig: 685

Name – Wahlbeteiligung (%) – Ja – in % – Nein – in %


Röschitz & Kl. Reinprechtsdf. – 58,4 –172 – 37,7 – 284 – 62,3
Roggendorf – 58,1 – 26 – 18,6 – 114 – 81,4
Klein Jetzelsdorf – 68,7 – 51 – 57,3 – 38 – 42,7


Gesamtergebnis – 59,4 – 249 – 36,4 – 436 – 63,6