Horner Webstuhl als Geschenk ans Museum NÖ. Objekt aus dem späten 19. Jahrhundert aus Horn wurde von Fachmann Heinrich Hetzer restauriert und im Museum Niederösterreich in St. Pölten neu aufgebaut.

Erstellt am 07. September 2017 (05:02)
NÖ Landessammlungen
Seidenwebmeister Heinrich Hetzer (66) restaurierte den Webstuhl samt Maschine fachmännisch und baute ihn neu auf.

Ein besonderes Geschenk machte die Stadtgemeinde Horn den Landessammlungen Niederösterreich in St. Pölten: einen Webstuhl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahhunderts.

Technik stammt aus dem Jahr 1805

Das Objekt wurde von Restaurator Heinrich Hetzer liebevoll und fachmännisch in Waidhofen an der Thaya restauriert und vor wenigen Tagen im Museum Niederösterreich (früher: Landesmuseum) aufgebaut.

Dabei müssen 1.552 Fäden einzeln (!) eingehängt werden. Danach gab es einen kurzen Probebetrieb, der anstandslos klappte. Mit der Eröffnung der Ausstellung wird der Webstuhl dann hinter einer Glaswand verschwinden.

Die Technik der Maschine stammt aus dem Jahr 1805, gebaut wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts, benutzt bis in die 1960er-Jahre. Der Webstuhl besteht aus einer Jacquard-Maschine (benannt nach Jean-Marie Jacquard) oben und dem Webstuhl unten. Mittels einer Lochschablone mit 408 Loch (ergo 408 Nadeln) gibt die Maschine das Muster vor.

Die Kettfäden werden einzeln hochgezogen und ermöglichen das Weben großgemusterter Stoffe. Die industrielle Revolu tion begann in der Textilbranche – der lochkartengesteuerte Jacquard-Webstuhl war dabei ein Meilenstein. Die Maschine gehörte meist dem Stoffhändler, der Webstuhl dem Weber.

Weben war auch lange eine Heimarbeit für Bauern.