Kredite im Waldviertel kassiert, dann untergetaucht. Über zwei Jahre drückte sich Pole (44) vor den Ratenzahlungen bei zwei Waldviertler Banken.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 18. Mai 2021 (12:26)
Symbolbild
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Im Juli 2018 gab sich ein im Waldviertel sesshafter Pole in einer Bank in Vitis als rückzahlungsfähiger und rückzahlungswilliger Kunde aus, und er erlangte auch einen Kredit für einen Autokauf. Mit der gleichen Masche bekam der heute 44-jährige Bauarbeiter im November 2018 bei einem Geldinstitut in Frauenhofen einen Kredit genehmigt. Nach geraumer Zeit blieben die vereinbarten Ratenzahlungen aus und der säumige Zahler war für die Banken nicht mehr greifbar.

So vernahm der geschädigte Bankvertreter mit Interesse beim Betrugsprozess gegen den Polen, dass dieser nun in Zwettl wohnt, und flink notierte er sich dessen Adresse.

Der Pole gab sich ahnungslos: „Ich weiß nicht, warum ich hier sitze“, gab er sich verwundert und erklärte dreist: „Ich habe die Bank gewechselt und geglaubt, die regelt das mit den Ratenzahlungen. Ich habe auch keine Mahnungen bekommen.“

„Wie denn auch, wenn Sie unbekannt verzogen sind und keinen Nachsendeauftrag erteilt haben,“entgegnete die Richterin und zweifelte an dessen Verantwortung: „Über zwei Jahre will Ihnen nicht aufgefallen sein, dass es auf ihrem neuen Konto keine Abbuchungen für die Kreditraten gegeben hat?“

„Meine Schuld, nun muss ich zahlen“, gab sich der 44-Jährige letztlich einsichtig. Der in Österreich bislang unbescholtene Pole wurde wegen schweren Betruges (Gesamtschaden an die 18.000 ) zu neun Monaten bedingt verurteilt. Rechtskräftig.