Streit eskaliert: Frau aus Horn schlug zu. Die 38-Jährige zeigt sich reuig und erklärt sich bereit, Schmerzensgeld zu zahlen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 01. April 2021 (03:45)
Eine 38-Jährige musste sich in einem strafrechtlichen Verfahren, das in einer Diversion endete, ihrer Verantwortung stellen.
NÖN-Archiv, Kornell, NÖN-Archiv, Kornell

Mehrere Frauen gerieten im September in einen Streit, der ausartete: Eine 38-jährige Hornerin schlug zu und verletzte eine 50-Jährige und deren 28-jährige Tochter. Die Angeklagte zeigt sich reuig und bekennt sich vor dem Bezirksgericht schuldig.

Ihre eigene Tochter und die 28-Jährige seien im Freien ihres Wohnsitzes zuerst in Clinch gelegen, schildert die 38-Jährige. Eine ganze Gruppe sei auf ihre Tochter losgegangen: „Ich habe sie rausgeholt, bin aber dann selbst im Mittelpunkt gestanden. Die Menschen sind immer näher zu mir gekommen und ich hab’ dann hing’haut.“

„Man kann ein Entschuldigungsschreiben auch nach einem halben Jahr akzeptieren.“ Bezirksrichter Thomas Zach weist darauf hin, dass ein solches Zeichen nicht jeder setzt

„Wieso sind Sie nicht einfach gegangen?“, erkundigt sich Bezirksrichter Thomas Zach. „Sie sind alle rund um mich gestanden, alle haben auf mich eingeredet. Das war eine Situation, in der ich nie war“, erwidert sie. „Das war alles nicht geplant.“

Die verletzten Frauen machen Schmerzensgeld geltend: die 50-Jährige 500 Euro, die 28-Jährige 350. Das ist für Bezirksrichter Zach gerechtfertigt, er kann sich bei einer solchen Wiedergutmachung die Gewährung eine Diversion bei zweijähriger Probezeit vorstellen.

Die Angeklagte erklärt sich bereit, die gesamte Höhe zu zahlen, aber in Kleinbeiträgen auf mehrere Raten. Sie hat zudem ein Entschuldigungsschreiben der 50-Jährigen zukommen lassen: „Ich wollte niemanden verletzen“, steht unter anderem darin. Das nimmt die 50-Jährige „nach einem halben Jahr“ nicht an und überreicht den Brief an den Bezirksrichter.

Zach versteht das nicht: „Das ist ein Zeichen, das macht nicht jeder. Man kann ein Entschuldigungsschreiben auch nach einem halben Jahr akzeptieren.“