Feuerwehren im Bezirk Horn: Sorgen um Nachwuchs. Im Jänner wählen die Feuerwehren ihre Kommandanten. Zwei Wehren stehen ohne Nachfolger vor der Auflösung.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:29)

Die Feuerwehren stehen vor einer großen Herausforderung. Während sich die Coronalage verschärft, stehen erneut Wahlen auf allen Ebenen des Feuerwehrkommandos an. Schon im Jänner wählen die Wehren im Bezirk ihre zukünftigen Kommandanten. Normalerweise würden diese Wahlen während einer großen Versammlung stattfinden. Da das aber heuer nicht wie gewohnt umsetzbar ist, wurden zwei Wahlsysteme unter Berücksichtigung der Sicherheitsmaßnahmen entwickelt.

Die Wahl des Wahlsystems

Mit einem entsprechend großen Raum wäre zum einen eine relativ „normale“ Versammlung möglich. Am entsprechenden Wahltag würden die dann geltenden Covidregelungen umgesetzt werden müssen. Da einige Feuerwehrhäuser für diese Möglichkeit zu klein wären, müsste gegebenenfalls auch in einen größeren Raum ausgewichen werden.

„Ein Kommandant hat zahlreiche Funktionen und Aufgaben. Nur wenige wollen diese übernehmen und in der ersten Reihe stehen.“ Christian Angerer, Bezirksfeuerwehrkommandant

„Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen ist natürlich das oberste Gebot. Wir werden ein enges Zusammensitzen vermeiden und alle bitten, möglichst bald wieder nach Hause zu gehen“, schildert Bezirkskommandant Christian Angerer.

Die zweite Lösung bei Platzproblemen

Als Alternative zur herkömmlichen Wahlversammlung wäre eine einzelne Stimmabgabe angedacht. „Es würde dann in etwa so wie bei einer Gemeindewahl ablaufen. Die Mitglieder kommen einzeln, geben ihre Stimme ab, und verlassen das Gebäude wieder“, erklärt Angerer. Welches System wirklich zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Bürgermeister in Absprache mit den Wehren ab. Die Umsetzung wäre also von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

Auch Auflösungen stehen bevor

So oder so werden die Wahlen und das neue Jahr einige Veränderungen bei der Feuerwehr mit sich bringen. Auch die Entwicklung des „Sterbens“ kleiner Wehren kann nicht aufgehalten werden. Nach Wolfshof im Vorjahr stehen jetzt auch Buchberg und Wanzenau vor dem Aus. Auch Kamegg hatte zu kämpfen, soll aber nach einer Umstrukturierung (eventuell als Feuerwache) weitergeführt werden. „Die Überalterung wirkt sich leider immer stärker aus. Wir haben im ländlichen Bereich das Problem, dass viele junge Menschen wegziehen“, erläutert Angerer. Dadurch würde auch das Finden von Nachfolgern erschwert werden. Zusätzlich würde die große Verantwortung und der zusätzliche Zeitaufwand viele potenzielle Kandidaten abschrecken. „Ein Kommandant hat zahlreiche Funktionen und Aufgaben. Nur wenige wollen diese übernehmen und in der ersten Reihe stehen“, meint der Bezirkskommandant.

Rücktritt nach 20 Jahren

In vielen anderen Wehren finden sich trotz dieser Entwicklung wieder junge Nachfolgekandidaten, nachdem sich einige alteingesessene Kommandanten verabschieden. So wird Klaus Ringl seinen Kommandantenposten in Messern abgeben. „Ich bin jetzt 20 Jahre Kommandant. Ich will nicht versäumen, rechtzeitig einen Nachfolger zu finden. Wir haben gerade eine passende Konstellation mit jungen Kandidaten. Der Moment passt einfach“, erklärt Ringl zu seinem Rücktritt. Neue Kommandanten sollen unter anderem auch in Haselberg, Breiteneich und Mödring kommen.

Auch im Abschnitt Geras kündigen sich laut Abschnittskommandant Heinz Krehan einige Veränderungen an. Der Mangel an jungen Mitgliedern sei auch hier mittlerweile ein Problem. „Wir müssen erst mal die Wahlen abwarten. Dann können wir weiterschauen“, sagt Krehan.

Schon am 2. Jänner starten die ersten Wehren mit der Wahl. Ende des Monats sollen dann im ganzen Bezirk die Ergebnisse feststehen.

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