Über 3.200 Eichen in Kotzendorf ausgepflanzt. Nachdem Borkenkäfer großen Schaden bei Nadelbäumen angerichtet hat, setzt man jetzt auf Laubbäume.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 02. Mai 2021 (04:09)
Keinen halben Meter groß und kaum auszunehmen sind die Jungpflanzen, die auf Initiative von Robert Schneider ausgesetzt wurden.
R. Kornell, R. Kornell

„Die Borkenkäferplage hat uns in den vergangenen Jahren sehr beschäftigt und wird das vermutlich auch weiterhin tun“, ist sich Robert Schneider, Landwirt aus Nonndorf und als Geschäftsführender Gemeinderat auch für den Waldbesitz der Marktgemeinde Gars zuständig, sicher.

Nicht zuletzt durch die trockenen Jahre habe der Schädling „massiv zugeschlagen“, im Vorjahr sei die Situation durch mehr Feuchtigkeit aber wieder etwas entschärft worden.

Professionisten aus dem oberen Waldviertel setzten im Gemeindewald bei Kotzendorf über 3.200 Eichen auf 1,3 Hektar Fläche aus.
privat, privat

Die Auswirkungen hat auch die Gemeinde gespürt, die rund hundert Hektar Wald – überwiegend Mischwald, wenig auf ebenen Flächen, viele Steilhänge – in ihrem Besitz hat. Gut fünf Hektar, schätzt Schneider, hätten in den letzten Jahren geschlägert werden müssen. „Aber Geschäft war der Holzverkauf nicht. Wir sind gerade pari ausgestiegen, wenn man das mit den Kosten für die Schlägerung gegenrechnet.“ Dabei sind die für die Aufforstung noch gar nicht berücksichtigt.

„Dem Borkenkäfer keine zweite Chance geben!“

Eine diesbezügliche Aktion wurde vor wenigen Tagen in der Katastralgemeinde Kotzendorf gestartet, wo über 3.200 heimische Laubbäume gepflanzt wurden. Auf einer Fläche von rund 13.000 m², wo vor einigen Jahren der Baumbestand dem Borkenkäfer zum Opfer fiel, wurden neue Bäume gepflanzt. „Um dem Schädling keine zweite Chance zu geben und einen klimafitten, zukunftsträchtigen Wald zu begründen, setzt die Gemeinde Gars statt auf Nadelhölzer auf heimische Laubbaumarten, zumal die Erderwärmung leider immer weiter voranschreitet“, erklärt Schneider. „Wir hoffen, dass dieser Wald dann Bestand hat.“

Eichen wachsen auch auf trockeneren Böden

Auf Anraten des Forstberaters Gerhard Mader wurden 2.000 Roteichen, 400 Traubeneichen und 850 Hainbuchen innerhalb von zwei Tagen maschinell gepflanzt, nachdem die geschlägerte Fläche entsprechend gemulcht und die Baumstümpfe entfernt wurden. „Eichen, so sagte Mader, waren schon immer da und sollen es auch in Zukunft sein. Die wachsen auch, wenn es trockener ist.“

Zuvor haben noch Bauhof-Mitarbeiter die Fläche hunderte Meter mit einem Zaun umgeben, um Wildschäden zu vermeiden. Für die Auspflanzung wurde die Firma Weinberger aus Litschau beauftragt, das Pflanzmaterial stellte der Forstgarten Rabl in Langenlois. Die Pflanzkosten belaufen sich auf rund 5.000 Euro, für die die Gemeinde um Förderung angesucht hat.

Robert Schneider hofft nun auf ausreichend Regen, damit die jungen Bäumchen auch gut anwachsen können. Bei einer vor drei Jahren auf ähnliche Art ausgepflanzten Fläche musste er damals Freiwillige organisieren, die mit Schläuchen und Gießkannen die Jungpflanzen mit Wasser aus Güllefässern versorgten.