Fahrplanumstellung: Beschwerden reißen nicht ab. Eltern berichten weiter über Schulbus-Probleme. Online-Fahrplanauskunft trieb NÖN-Leser zur Verzweiflung.

Von Karin Pollak. Erstellt am 28. September 2019 (03:25)
Die neuen Fahrpläne der VOR wurden in der Hamerlingstraße in Gars kopfüber in der dafür vorgesehenen Halterung fixiert.
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Die Beschwerdeflut über die neuen Fahrpläne des Verkehrsverbundes Ostregion geht weiter. Nach wie vor gibt es Meldungen von Eltern, deren Kinder bei der Schulfahrt vor große Probleme gestellt werden.

Im Fahrplan wird schon darauf aufmerksam gemacht, dass man den Anschluss voraussichtlich nicht erreichen wird können.
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Der neue Fahrplan für die Strecke Horn-Gars brachte einen NÖN-Leser etwas zur Verzweiflung: „Dadurch, dass man den direkten Busverkehr von Horn nach Gars gestrichen hat, ist der Fahrgast nunmehr von der Verbindung Bus/Bahn abhängig. Wie das allerdings funktioniert, sieht man schon auf dem Fahrplan“, meinte dieser Betroffene. Da wird schon beim Bus, der um 14.13 Uhr abfährt darauf hingewiesen, dass „Der Anschluss vermutlich nicht erreicht werden kann“ (siehe Foto). Laut dem NÖN-Leser wären aber alle Busse nicht in der Lage gewesen, die vorgegebenen Zeiten einzuhalten und somit den Bahnhof zeitgerecht zu erreichen.

Durch diesen Umstand könne der Garser die Tatsache, dass der Busfahrplan kopfüber in der Infotafel in der Garser Hamerlingstraße platziert worden ist, nur „als Gag“ sehen: Damit hat der VOR-Kunde wenigstens etwas zu lachen. Warum soll man den Fahrplan auch lesen können, wenn die Zeiten sowieso nicht eingehalten werden.“

Eine Mutter von drei Kindern aus Gastern ist mehrfach von der Fahrplanumstellung betroffen. Ein Kind besucht die HTL in Karlstein, hier ist das Problem mit dem fehlenden Bus bereits gelöst. Ein Kind besucht die HAK in Waidhofen. In der zweiten Schulwoche absolvierten die Schüler dieser Klasse eine Sportwoche, somit verzögerte sich die Ausstellung des Schülerausweises.

Und genau der nicht vorhandene Schülerausweis führte am 18. September dazu, dass der Gasterner den Bus, der ihn zur Schule bringen sollte, wieder verlassen musste. „Ich habe mich sofort beschwert und da hat es geheißen, dass nur dieser eine Busfahrer die Kontrolle des Schülerausweises sehr genau nehmen würde. Mein Sohn hatte ja das gültige Ticket dabei. Dieser Chauffeur ist auch zur Mittelschule unterwegs, die mein jüngstes Kind besucht. Auch dieses hat noch keinen Schülerausweis“, zeigt die Gasternerin auf.

Kritik an Konstruktion der Postbusse

Nicht der Fahrplan, sondern die neuen Busse stehen in der Kritik des Gmünders Alfred Pittertschatscher „Zurecht berichtete die NÖN vor einiger Zeit in einer Ausgabe über die Modernisierung der VOR-Postbusse, die den Fahrgästen das Öffi-Leben erleichtern soll. Und tatsächlich, die Niederflur-Autobusse Marke Iveco spielen alle Stückerln: Display, auf dem die Fahrgäste die Fahrtstrecke mitvollziehen können, freundliche Lautsprecherdurchsagen, helle und farbige Ausstattung (grau und gelb) usw. Allerdings ist den Konstrukteuren der Postbusse ein furchtbares Malheur passiert“, meinte der Gmünder.

Seine Kritik dazu: „Gleich hinter dem Fahrer in Fahrtrichtung links befinden sich die Sitze auf einer Anhöhe, die nur über zwei Stufen erklimmbar ist. Wer die Größe von 1,65 Meter überragt bzw. größer ist, der sei gewarnt. Geradewegs auf Höhe seines Nasenbeins oder seines Kehlkopfes befindet sich das (grau getarnte) Gepäckfach. Wer also einfach den Sitz erklimmen will, der bekommt entweder einen kräftigen Stoß auf den Kopf von oben oder einen von vorn auf’s Nasenbein, der bis in die Wirbelsäule wirkt. Dasselbe gilt für die letzte Sitzreihe im Bus. Mein Tipp an die Verantwortlichen: Umgehend gelbe Warn-Markierungen anbringen, oder noch besser: Das Gepäckfach hochklappbar machen, weil es zudem nur selten oder zumindest nicht immer benutzt wird. Für die Fahrgäste: Achtung beim Aufsteigen in den Hoch-Sitz! Am besten empfiehlt sich vorbeugend Bücken.“

VOR-Sprecher Georg Huemer kontert: „Diese Busse sind keine klassischen Niederflur-Busse, sondern sogenannte ‚Low-Entry-Busse‘ mit einem barrierefreien Zugang in der Mitte. Für den Fahrkomfort braucht er im hinteren Bereich oberhalb der Achse diesen Aufgang.“ Aufklappbare Gepäckfächer seien nicht dienlich: „Das wäre nicht stabil und würde während der Fahrt klappern.“ Den Vorschlag für farbige Hinweisstreifen wolle der VOR prüfen.