Gleich zwei Röschitzer Winzer holen den Landessieg. Mathias Ruttenstock und Gerald Schneider dürfen ihren Sauvignon und Veltliner mit dem begehrten Siegel versehen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:14)
Gerald Schneider (links) und Mathias Ruttenstock freuen sich sehr über die Trophäen, je einer ihrer Weine hat bei der NÖ Landeswein-Prämierung den ersten Platz erreicht.
Karin Widhalm

Jeder Weinliebhaber kennt die rund geformten Siegel, die ausgezeichnete Bouteillen zieren: Das ist für jeden Winzer eine Bestätigung seiner Arbeit, wenn er seinen Wein Landessieger nennen darf. 836 Betriebe stellten sich heuer dem größten Weinwettbewerb des Landes und reichten rund 5.200 Weine zur Verkostung ein. Zwei Winzer zeigen in Röschitz auf.

Sieg für Sauvignon & Veltliner

Die Riede „Königsberg“ dürfte eine hervorragende sein, denn beide an erster Stelle platzierten Weine stammen aus ihr. Mathias Ruttenstock hat den besten Sauvignon Blanc 2019 in dieser Kategorie hervorgebracht. Gerald Schneider erzielte in der Kategorie „Grüner Veltliner gehaltvoll“ mit seinem 2019er-Wein „vom Löss“ den ersten Platz.

„Da muss alles zusammenpassen“

„Zwei Jahre hatte Röschitz keinen Landessieger und jetzt sind’s gleich zwei aus einer Ortschaft“, lächelt Ruttenstock. Er hatte sich zum Beginn seiner Winzer-Laufbahn das Ziel gesteckt, einmal Landesweinsieger zu sein: Das schaffte er 2018 erstmals. „Das ist schön, wenn man das ganze Jahr über arbeitet, ins Finale kommt und dann sogar gewinnt“, sei das eine Belohnung. Wie gelingt das?

„Fingerspitzengefühl, Wissen und du musst dich auf deinen Gaumen und dein Bauchgefühl verlassen können.“ Schneider bestätigt: „Da muss alles zusammenpassen.“ Er freut sich sehr darüber, dass er gerade beim gehaltvollen Veltliner siegreich war, „denn das ist eine große Gruppe, wo sehr viele Weine eingereicht werden“.

Ganz persönliche Verleihung

Der Festakt der 33. Landesweinprämierung war coronabedingt abgesagt. Der NÖ Weinbauverband hat die Betriebe direkt besucht und in einem offiziellen Akt Auszeichnungen in 18 Kategorien überreicht. „Es ist das Resultat der großartigen Arbeit in den Weinbau-Betrieben“, ist Johannes Schmuckenschlager, Präsident der NÖ Landwirtschaftskammer, überzeugt. Das Landessieger-Siegel hat sich als geschätzte Orientierungshilfe etabliert.

Legendäre Serie setzt sich fort

Die „Neuner-Jahrgänge“ fallen auffallend oft besonders gut auf und die legendäre Serie setzt sich 2019 fort: Der Winter war warm und niederschlagsarm, der April war sehr warm, der kälteste Mai seit 1991 brachte viel Regen und bremste die Entwicklung der Reben.

Die feuchte Periode war in der Nachbetrachtung ein Glücksfall: Sie trug entscheidend dazu bei, dass die Rebkulturen den heißen Sommer unbeschadet überstanden haben. Der August endete kühl, das wirkte sich positiv auf Fruchtaromen und Säurestruktur aus. Der Herbst war in der Hauptlesezeit mild.

Wie läuft das 2020er-Weinjahr?

Ruttenstock und Schneider sind derzeit mit den Niederschlagsverhältnissen und Temperaturen „überaus zufrieden“, auch wenn zuletzt ein Hagelschauer auf einem der Röschitzer Gebiete niedergegangen ist (Seite 30). „Es wird auf jeden Fall wieder ein guter Wein werden“, ist Ruttenstock überzeugt.

Der Corona-Lockdown hat übrigens die zwei Winzer gar nicht so sehr getroffen, beide haben kaum große Abnehmer in der Gastronomie. Ruttenstock exportiert „gute 20 Prozent“ nach New York, Colorado, Virginia und Boston: Der mittelpreisige Weinmarkt, wo er sich vorwiegend bewegt, sei nicht eingebrochen. Schneiders Kunden haben viel in seinem Online-Shop bestellt. „Wir haben eigentlich keine Einbußen.“