Garser Wein hilft in der Krise. „Stellvertretend für alle Menschen, die uns durch diese Zeit getragen haben und tragen, haben wir heuer drei Medizinerinnen als Paten für den ,Garser Wein 2021’ ausgewählt“, verkündete der Garser Bürgermeister Martin Falk via Videobotschaft auf der Website der Gemeinde www.gars.at und auf Facebook am Nachmittag des Ostermontags. Und fügte schmunzelnd hinzu: „Ich hoffe, dass das eine oder andere Gläschens dieser guten Tropfen auch zur Bewältigung der Krise beiträgt.“

Von Rupert Kornell. Erstellt am 07. April 2021 (08:02)
Drei Ärztinnen als Taufpatinnen für den „Garser Wein 2021“: Anita Greilinger gab dem Sekt von Karl Steininger den Namen „Florence“, Birgit Dollensky entschied sich für „Paracelsus“, dem Zweigelt vom Weingut Maglock-Nagel aus Strass und Petra Werger (von links) für „Avicenna“, dem Grünen Veltliner Kamptal DAC vom Weingut Sax aus Langenlois.
Usercontent, Reinhard Podolsky/mediadesign

Wie bereits im Vorjahr war auch heuer keine öffentliche Weinsegnung in der Burg möglich, dank der Profis Sandra Mirosavljevic und Reinhard Podolsky von der Werbeagentur mediadesign aus Burgschleinitz wurde Corona-gerecht mit jedem der Beteiligten Kontakt aufgenommen und die Statements in einem Video online gestellt.

Dutzende Weinproben aus dem Kamptal wurden wie üblich in Blindverkostungen geprüft, allerdings mit hohen Sicherheitsvorkehrungen – die NÖN berichtete. Dazu der Garser Wein-Organisator und Sommelier Alexander Höchtl: „Es war viel Organisationsarbeit, aber es ist alles gut gelaufen.“

Seit der Vorwoche wurde für NÖN-Leser das Geheimnis der Patinnen gelüftet, es sind die Allgemeinmedizinerinnen Birgit Dollensky, Anita Greilinger und Petra Werger. Am Ostermontag wurden dann schließlich auch die drei Sieger-Winzer und ihre Weine, deren „Taufnamen“ und der Etiketten-Künstler bekannt.

Diese sind altbewährt und sorgen damit für Stabilität: Heuer setzte sich wieder einmal das in Gars gut bekannte Langenloiser Weingut Sax beim Weißwein mit einem pfeffrigen Kamptal DAC durch. Bereits zum zweiten Mal auf dem Podium steht das Weingut Maglock-Nagel aus Strass, diesmal mit einem trinkfreudigen, runden Zweigelt. Beim Sekt gewann mit dem Weingut Steininger aus Langenlois ein „Seriensieger“ mit einem herrlichen, handgerüttelten Chardonnay-Sekt.

Dem Grünen Veltliner gab Petra Werger den Namen „Avicenna“ nach einer der überragenden Ärztepersönlichkeiten des arabischen Kulturkreises, einem Universalgenie. Avicenna lebte von 980 bis 1037, ihm gelang es als erstem, ein System der gesamten Heilkunde aufzustellen. Auf den Namen „Paracelsus“ taufte Birgit Dollensky den Rotwein. Der Schweizer Arzt und Naturwissenschafter Paracelsus (1494 – 1541) war ein querköpfiger Geist, der sich gegen klassische Autoritäten in der Medizin auflehnte. Lebendige, aus der Natur schöpfende Erfahrung, vorurteilsfreie Nachprüfung und Experiment galten ihm mehr als die alten Lehren aus der Spätantike. „Florence“ benannte Anita Greilinger den Sekt nach Florence Nightingale (1820 – 1910), der britischen Krankenschwester, Statistikerin, Begründerin der modernen Krankenpflege, Reformerin des Sanitätswesens sowie der Gesundheitsfürsorge in Großbritannien und Britisch-Indien.

Martin Hochmeister, dessen Mutter eine gebürtige Garserin ist, und der an der „Graphischen“ in Wien lehrt, schuf die Etiketten für die Weine.
Usercontent, Reinhard Podolsky/mediadesign

Auch die Etiketten der neuen Garser Weine erinnern daran, wie sehr die Medizin unseren Alltag erobert hat: Ungewöhnlich und auffällig zieren medizinische Zeichnungen des menschlichen Gehirns, des Herzens und von Gedärmen die Etiketten, die aus der Feder von Martin Hochmeister, der an der Höheren Graphische Bundes Lehr- und Versuchsanstalt lehrt, und durch seine Familie mütterlicherseits Gars-Bezug hat, stammen.