Reinhard Nowak: „Alle sollen an Impfungen teilnehmen“. Der Weitersfelder Bürgermeister Reinhard Nowak betont im NÖN-Interview, dass er in Teilnahme an Corona-Impfung den Schlüssel aus der Pandemie-Krise sieht.

Von Leo Nowak. Erstellt am 10. März 2021 (04:21)
Reinhard Nowak
Bürgermeister Reinhard Nowak hofft auf baldige Impfungen.
TW

Die Marktgemeinde Weitersfeld ist mit 87 Quadratkilometern flächenmäßig die größte Gemeinde des Bezirks und umfasst zwölf Katastralgemeinden. Bürgermeister Reinhard Nowak, im Privatberuf Landesbediensteter, war seit Corona in Home-Office am Gemeindeamt und somit für die Gemeindebürger erste Anlaufstelle für alle Probleme, die sich in dieser schwierigen Zeit ergaben. Die NÖN bat ihn zum Gespräch.

NÖN: Nun ist es schon über ein Jahr her, dass der Gemeinderat von Weitersfeld neu gewählt wurde. Die ÖVP ist damals mit 17 von 19 Mandaten gleich geblieben, die SPÖ verlor ein Mandat an die Freiheitlichen, die erstmals in den Gemeinderat kamen. Wie war die Zusammenarbeit bisher?

Reinhard Nowak: Seit den Wahlen im Jänner 2020 sind wir mit der Pandemie konfrontiert. Trotzdem gestaltete sich die Zusammenarbeit gut und fast alle Anträge wurden einstimmig beschlossen. Bei den Gemeinderatssitzungen, die allesamt unter Einhaltung der Corona-Vorschriften im gemeindeeigenen Widdersaal abgehalten wurden, war seitens der Opposition aber nur der Kandidat der FPÖ anwesend.

Das Jahr 2020 war von der Corona-Pandemie geprägt. Welche Auswirkungen hatte diese für Sie persönlich und die Gemeindeverwaltung, aber auch für geplante Projekte und deren Finanzierung?

Nowak: 2020 war für uns alle kein leichtes Jahr. Mit den coronabedingten Vorgaben der Regierung mussten fast alle Veranstaltungen der Gemeinde und unserer vielen Vereine abgesagt werden. Gleichzeitig wurden damit auch die meisten sozialen Kontakte zu unseren Bürgerinnen und Bürgern sehr eingeschränkt. Unser großes Projekt, der Kindergartenzubau und die Sanierung des Bestandes, konnte in der geplanten Zeit umgesetzt werden (Anm.: Die NÖN berichtete mehrfach). Mit Beginn des Kindergartenjahres wurde der Betrieb in den neuen Räumlichkeiten aufgenommen. Durch das Kommunale Investitionspaket des Landes NÖ konnten auch die Mehrkosten abgefangen werden.

Was erhoffen Sie sich vom laufenden Jahr. Welche Vorhaben können jetzt noch in Angriff genommen oder fertiggestellt werden?

Nowak: Ich erhoffe mir für das laufende Jahr, dass möglichst alle Bewohner geimpft werden und wir bald wieder zu einem normalen Leben zurückfinden. Aber nur wenn wir möglichst alle an dieser Impfung teilnehmen, werden wir dieses Virus erfolgreich bekämpfen können. Hoffentlich können jetzt auch die Sportvereine bald ihren Betrieb aufnehmen und unsere Gastronomie wieder aufsperren.

Zu unseren besonderen Vorhaben, die heuer in Angriff genommen werden, gehören die Abwasserbeseitigung und die Wasserversorgung in den Katastralgemeinden Sallapulka und Nonnersdorf. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Weitersfeld wird heuer ein neues HLF 3 in den Dienst gestellt werden. Nun ist es notwendig, dass in unserer Region – sprich im gesamten Bezirk – rasch das Glasfaser-Breitband ausgebaut wird. Damit könnte die Abwanderung gestoppt werden und unsere Kindergärten und Schulen aufrecht erhalten bleiben.

Brachte die Zeit auch positive Entwicklungen in der Gemeinde im Zusammenleben der Menschen?

Nowak: Positiv war, dass wir in dieser Krisensituation enger zusammengewachsen sind und gegenseitige Hilfe freiwillig angeboten wurde. Als Gemeindevertretung versuchten wir, mit einem Hilfsdienst für unsere Bevölkerung und dem „Lieferservice“ und Essen auf Rädern-Hilfe einen Beitrag zu leisten.

Das Wohnen am Land aber hat in dieser Zeit mehr an Bedeutung gewonnen: Viele Anfragen ans Gemeindeamt betrafen leere Häuser oder Bauplätze.

Was haben Sie in dieser Zeit vermisst ?

Nowak: Leidgetan hat uns als Gemeindevertreter, dass die Gratulationen zu runden Geburtstagen oder Goldenen Hochzeiten nicht – wie gewohnt – persönlich überbracht werden konnten und das Vereinsleben auf null gestellt war.