Polizei-Bilanz: Kein Pardon bei Gurt und Handy!. Erfreuliche Bilanz im Bezirk Horn wird durch massiven Anstieg vermeintlicher „Kavaliersdelikte“ getrübt

Von René Denk. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:39)
René Denk
Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Erwin Eisenhauer mit den Zahlen der Horner Verkehrsstatistik von 2017.

36 Verletzte und einen Toten weniger gab es auf den Horner Straßen im Vergleich von 2017 zu 2016. Die positive Bilanz wird allerdings getrübt: Vergehen gegen Gur tenpflicht und Handynutzung am Steuer sind stark gestiegen.

Obwohl der Polizei 2017 im Bezirk weniger Polizisten als 2016 zur Verfügung standen, wurde die Anzahl der Kontrollen im Bezirk erhöht. Am drastischsten erhöhten sich die Anzeigen über Lasermessungen, die um 59 Prozent auf 526 anstiegen (siehe Infobox, Seite 3!).

Vermehrt Zivilfahrzeuge der Polizei im Einsatz

Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Erwin Eisenhauer betont, dass trotz weniger Beamten mehr Außendienstpräsenz zeigen konnte: „Das zeigt auch die hohe Motivation unserer Leute.“ Dass die Anzeigen bei den Lasermessungen so stark gestiegen sind, liege sicher auch daran, dass man vermehrt Zivilfahrzeuge einsetze.

Was ihn selbst überrascht, ist die Zahl der Führerscheinabnahmen, die fast ausschließlich wegen Alkohols am Steuer durchgeführt wurden. Denn diese haben sich im Vorjahr mit 83 fast verdoppelt!

Nach einem extremen Anstieg bereits im Vorjahr sind heuer die Strafen wegen Missachtung der Gurtenpflicht sowie der Handy-Verwendung je um ein Drittel angestiegen.

Quelle: Bezirkspolizeikommando Horn
Quelle: Bezirkspolizeikommando Horn; Stand: 1. Februar 2018

„Ablenkung und Unachtsamkeit führen im Straßenverkehr sehr oft zu schweren Unfällen. Wenn man das Handy während der Fahrt verwendet oder sich nicht angurtet, ist das ein Vorsatzdelikt. Dafür habe ich kein Verständnis. Die Autos alarmieren heute sofort, wenn man sich nicht anschnallt. Wenn das Handy läutet und ich keine Freisprecheinrichtung habe, dann hebe ich eben nicht ab“, betont Eisenhauer im Gespräch mit der NÖN.

So ärgert er sich oft auch, wenn er privat unterwegs ist und vor ihm ein Autolenker die Spur nicht halten kann und den Verkehr wegen zu langsamer Geschwindigkeit behindere. „Und dann sieht man meistens, dass die Person telefoniert.“.

Die Anzeigen im Bereich Schwerverkehr erfuhren ebenfalls eine Steigerung um 70. „Das hat aber auch etwas mit den jeweiligen Exekutivbeamten zu tun. Wenn die speziell für den Schwerverkehr ausgebildeten Kollegen auch in diesem Bereich eingesetzt werden können, dann können auch aus diesem Grund die Anzeigen stark ansteigen. Man könnte diese Zahl hier sicher weiter erhöhen, wenn man die dafür ausgebildeten Polizisten noch gezielter bei Schwerverkehrskontrollen einsetzen könnte“, erörtert der Bezirkspolizeikommandant.

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