„Auto nach Maß“ für Feuerwehr Thunau

Mit dem 280 PS starken HLFA 2 – und 306.000 Euro teuren – Auto ist die Wehr für Brand- und technische Einsätze gerüstet.

Erstellt am 14. Januar 2022 | 05:15
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„Es ist eine Spezialanfertigung, genau auf die Bedürfnisse der Freiwilligen Feuerwehr Thunau zugeschnitten, so ein Fahrzeug gibt es kein zweites Mal“, sind Kommandant Johannes Kaser, sein Stellvertreter Gottfried Wögen-stein-Jaglitsch, Verwalter Sebastian Jaglitsch-Englmaier und der für das Feuerwehrwesen in der Großgemeinde Gars zuständige Gemeinderat Josef Wiesinger (SPÖ) stolz auf ihr am Dienstag der Vorwoche eingetroffenes „Auto nach Maß“.

Das HLFA 2 (Hilfelöschfahrzeug Allrad) ist sowohl für die Brandbekämpfung als auch für technische Einsätze ausgestattet und löst den fast 25 Jahre alten Mercedes mit einem tausend Liter Tank ab. „Allrad ist für uns besonders wichtig“, betont Kaser, „denn 65 Prozent unseres Einsatzgebietes liegen nicht im verbauten, gut zugänglichen Gebiet wie zum Beispiel der Wachtberg oder der Schimmelsprung.“

Und damit der 280 PS starke Volvo mit einem 2.000 Liter-Wassertank dort zielführend eingesetzt werden kann, benötigt man eben Allradantrieb, größere Räder (ein Reifen wiegt etwa 140 kg!) und mehr Bodenfreiheit. Zur kompletten Waldbrandausrüstung gehören unter anderem auch ein 5.000 Liter Falt-Tank (Jaglitsch-Engl maier: „Das ist wie ein kleiner Swimmingpool.“) oder hundert Liter Schaummittel. Sollte ein Einsatz bei Hochwasser stattfinden, kann man auf eine Wat-Tiefe von 80 cm bauen.

Geeignet bei Hochwasser und bei Waldbränden

Ein Fahrer und sechs Mann haben in der mit Sauerstoffflaschen und Funkgeräten ausgestatteten Fahrerkabine Platz, in den vielen Fächern findet man alle Utensilien, die man bei einem Brand- oder technischen Einsatz benötigt.

„Ich gratuliere der Feuerwehr Thunau zu dieser Anschaffung, die eine wichtige Investition für die nächsten 20 Jahre darstellt“, ist Bürgermeister Martin Falk, selbst Mitglied seiner Heimat-Wehr, stolz. „Dank gebührt nicht nur dem Führungsteam der Wehr, sondern auch Kassenwart Simon Schneider, der die Abwicklung koordiniert hat.“

Die Finanzierung des 306.000 Euro teuren Autos setzt sich aus 128.000 Euro Gemeindeförderung, 60.000 Euro Landesförderung, 50.000 Euro Mehrwertsteuer-Refundierung und dem Eigenanteil der Wehr Thunau mit 58.000 Euro (alle Zahlen gerundet) zusammen.

Detail am Rande: Den Mercedes hat ein deutscher Weltenbummler angekauft (Wögen-stein-Jaglitsch: „Der hat sich gleich beim ersten Anblick in das Auto verliebt, in einer Viertelstunde waren wir handelseins.“) und wird ihn zu einem Wohnmobil umbauen. Damit will er die „Panamericana“ von Alaska in Nord- bis Feuerland in Südamerika befahren.