Wieder Alarm um die Kamptalbahn. Neue Langsamfahrstrecke | Friedrich Wiesinger attestiert, dass Linie „kaputtgespart“ wird.

Erstellt am 13. Februar 2013 (00:00)
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Gemeinderat Friedrich Wiesinger aus Gars am Kamp ist trotz aller Befürchtungen und negativen Vorzeichen entschlossen, weiterhin für die Erhaltung der Kamptalbahn zu kämpfen. Fotos: Martin Kalchhauser, privat
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Von Martin Kalchhauser

KAMPTAL | Dass die ÖBB die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einem knapp drei Kilometer langen Teilstück zwischen Horn und Rosenburg auf 50 km/h gesenkt hat, lässt beim Garser Gemeinderat und Kämpfer für die Erhaltung der Kamptalbahn Friedrich Wiesinger die Alarmglocken schrillen: „Dies bedeutet, dass die Fahrzeit der Züge dauerhaft um zwei Minuten verlängert wird. Etliche Jahre war auf diesem Teilstück eine Langsamfahrstrecke eingerichtet, was zur vorübergehenden Einstellung von zwei Zügen führte.“

Wiesinger sieht in der nur vermeintlich nebensächlichen Maßnahme ein weiteres Zeichen dafür, dass die Bahnlinie von den ÖBB ausgehungert wird. „Seit sechs Jahren gibt es praktisch keine Investitionen“, stellt er fest. „Wenn der Verkehrsdienstevertrag mit dem Land 2019 ausläuft, ist dann vielleicht ein so großer Investitionsbedarf gegeben, dass der Personenverkehr eingestellt wird.“ Vorbilder gebe es zur Genüge, denkt Wiesinger an die Wachau bahn (nur mehr touristisch genutzt) oder die Linie Schwarzenau – Zwettl (Personenverkehr eingestellt).

Die ÖBB beruhigen. „Nachdem 2000 und 2001 alle Kampbrücken erneuert und nach dem Hochwasser 2002 die Gleisanlagen auf einer Länge von 20 Kilometern wieder hergestellt wurden, sind derzeit keine maßgeblichen Investitionen vorgesehen“, richtet Sprecher Mario Brunnmayr aus. „Es wurden und werden Störungen behoben und punktuelle Maßnahmen, wie z. B. das Auswechseln von Schwellen, durchgeführt, womit die Betriebssicherheit gewährleistet werden kann.“