Bezirk Horn: Verluste im Handel erwartet

Gerade in der umsatzstärksten Zeit muss der Handel erneut zusperren.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:43
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Sabine Haider und Tanja Lepolt hoffen, dass sie ihre Modeartikel zumindest über „Click-& Collect“ an ihre Kunden bringen.
Foto: privat

Der neuerliche Lockdown ist abermals ein harter Schlag für die heimische Wirtschaft. Dem Handel allein wird auch heuer wieder ein großer Teil des Weihnachtsgeschäftes abgehen. Noch dazu kam die Meldung des Lockdowns am Freitag quasi über Nacht.

„Der Zeitpunkt ist extrem ungünstig, aber wir müssen schauen, wie sich die Lage weiter entwickelt“, erzählt der Horner Elektrofachhändler Alexander Ziegelwanger. Noch müsse man sowieso abwarten, ob das Geschäft wirklich die vollen 20 Tage geschlossen bleiben muss. „Umso früher der Handel wieder aufsperren darf, desto besser. Mit Verlusten ist aber sowieso zu rechnen“, meint er. Die aktuellen Wochen seien normalerweise die umsatzstärksten des gesamten Jahres.

Umgestellt wurde jetzt kurzfristig wieder auf das gewohnte Verkaufsmodell der vorangegangenen Lockdowns. So gibt es bei Ziegelwanger auch einen Lieferservice. Erreichbar bleibt das Geschäft auch weiterhin zu den gewohnten Geschäftszeiten. Den Lockdown an sich hält er für unvermeidbar: „Er hätte nur schon mindestens zwei Wochen früher gehört.“

Die gleiche Meinung vertritt auch Sabine Haider vom Modegeschäft „Fesch‘n“ in der Horner Innenstadt: „Es war eigentlich klar, dass ein Lockdown kommt. Da hätte ich mir fast gewünscht, dass er früher kommt und wir dann zumindest im Dezember wieder alle durchstarten können.“

Durchs Zusperren wird vermutlich auch hier wieder ein großer Teil des Weihnachtsgeschäftes verlustig gehen. „Die Leute sind praktisch wieder gezwungen, über das Internet zu bestellen“, meint Haider. Außerdem hätte sie sich etwas mehr Vorlaufzeit gewünscht: „Wir hatten ja auch bereits Bestellungen und Reservierungen für diese Woche.“

Adventmärkte: Auch Horn muss jetzt verzichten

Der Geschäftsbetrieb wurde jetzt wieder auf Click & Collect umgestellt. Kunden können die Waren damit bestellen und vor der Tür abholen. Ein richtiger Ersatz ist das natürlich nicht. Finanzielle Hilfen sind zwar auch wieder angekündigt, doch skeptisch muss man bleiben. „Uns fehlt auch noch versprochenes Geld vom vorigen Lockdown. Neue Unterstützung wird versprochen, während die alte noch nicht mal da ist“, schildert Haider die schwierige Situation.

Auch die diversen Christkindlmärkte müssen nach langer Planung jetzt wohl durch die Finger schauen. Nachdem die Märkte in Eggenburg und auf der Rosenburg – zumindest für ein Wochenende – über die Bühne gehen konnten, fielen die für voriges Wochenende geplanten Märkte in Pernegg und Greillenstein – zum Leidwesen einiger Gäste, die über die Absagen nicht informiert waren und vor verschlossenen Türen standen – schon aus. Der Garser Christkindlmarkt, der älteste in ganz Niederösterreich, wurde schon vor Wochen abgesagt.

Aus dem Adventmarkt im Horner Kunsthaus wird jetzt ebenfalls nichts mehr. Der Markt ist damit zwei Jahre in Folge gestrichen. Große Verluste gäbe es laut Tourismus-Stadtrat Martin Seidl keine: „Im Wesentlichen verlieren wir nur Geld, dass wir in die Werbung gesteckt haben. Das hält sich aber zum Glück in Grenzen.“ Mit dem Aufbau der Hütten habe man in weiser Voraussicht bis zum letzten Moment zugewartet. „Dadurch mussten jetzt keine unnötigen Arbeiten getätigt werden.“

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