Windräder stehen Flugzeugen im Weg. Alles bleibt offen: Für Waldviertler Mandatar Werner Groiß sind Minister Gerald Klugs Worte eine „Nicht-Aussage“.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 09. Juli 2014 (07:01)
NOEN, APA
Derzeit hat das Bundesheer gar nicht genug Geld, um mit seinen Eurofightern häufiger als bisher auch im Bereich des TÜPL oder über dem Waldviertel aufzutauchen. Man will sich aber alle Optionen offenhalten.

Wegen der befürchteten Zunahme von Tiefflügen im Bereich des Truppenübungsplatzes (TÜPL), aber auch wegen der ablehnenden Haltung des Heeres gegenüber dem gemeinsamen Windpark der Gemeinden Brunn, Ludweis-Aigen und Göpfritz hatte Nationalrat Werner Groiß gemeinsam mit seinen Waldviertler Kollegen Angela Fichtinger, Martina Diesner-Wais und Georg Strasser Ende April eine Anfrage an Verteidigungsminister Gerald Klug gestellt.

Bedenken wegen Mindestflughöhe von 150 Metern

Neben Beschwichtigungen in Bezug auf die laut Minister unbegründete Angst vor vermehrtem Fluglärm wurde von ihm in der vor wenigen Tagen ergangenen Antwort eine unerwartete Aussage getroffen: „Nach den Normen des Luftfahrtgesetzes beträgt die Mindestflughöhe für Militärluftfahrzeuge ohne Nutzung eines Tieffluggebietes 150 Meter über Grund. Aufgrund der Bauhöhe der geplanten Anlagen von mehr als 200 Metern Höhe ist der Interessenkonflikt hinsichtlich geplanter Zonen für Windkraftanlagen daher nicht auf Tieffluggebiete beschränkt.“

Deshalb seien in zwei Schreiben an die Nö. Landesregierung Bedenken geäußert worden, und man habe ersucht, das Gebiet „Luftraum Allentsteig“ aus dem Gebiet auszunehmen, weil dadurch die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags (militärische Landesverteidigung, Anm.) beeinträchtigt werde.

„Das ist unbefriedigend"

„Theoretisch könnte das Militär damit bei jedem Standort sagen: Wir möchten hier fliegen, daher ist hier kein Windrad zu genehmigen!“, ärgert sich Groiß über die „Nicht-Aussage“ des Ministers . „Das ist – nicht zuletzt für die potenziellen Betreiber der Windkraftanlagen – unbefriedigend, denn auch wenn derzeit eh kein Geld für Flüge da ist, hält man sich alles offen – für den Fall, dass man doch einmal fliegen kann oder will.“

Groiß versucht, auch Positives zu entdecken: Keine zusätzlichen Flüge würden auch nicht mehr Lärmbelästigung erwarten lassen. Negativ: Keine Intensivierung des Flugbetriebs heißt natürlich auch, dass am TÜPL keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen werden können.