Bei Buchpräsentation durch die Zeit gereist. Manfred Leeb hielt seine Eindrücke und auf Basis weiterer Zeitzeugen fest, was in der Besatzungszeit in Winkl geschah.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 12. Mai 2019 (13:21)
Buchpräsentation (v. l.): Winklwerk-Obmann Franz Nagl, Autor Manfred Leeb, Schauspieler Alois Frank und Bürgermeister Gernot Hainzl.
Eduard Reininger

Im Dorfgemeinschaftshaus präsentierte Manfred Leeb sein Buch „Winkl – Aus dem Tagebuch eines Waldviertler Dorfes“. Er nahm die Besucher mit auf eine Zeitreise 75 Jahre zurück in sein Dorf.

Leeb, der 1944 in Winkl geboren wurde, beschrieb seine und die Eindrücke von Zeitzeugen aus der Besatzungszeit: „Die Umstände, die damals herrschten, waren furchtbar.“ Das Erstaunen, das dies in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft ziemlich in Vergessenheit geraten ist, sei Motivation gewesen, eine authentische Chronik darüber zu schreiben. Leeb dankte Franz Frank, Josef Genner, Martin Melzer, Karl, Maria, Herbert und Adele Nagl, Franz und Steffi Scheidl, Josef Schiefer und Alois Wazlawik für „die Mitarbeit im Namen der nachfolgenden Generationen“.

Josef Kopper dengelt eine Sense und Gerhard Witzmann (v. l.) flocht Körbe und band Besen.
NOEN

Mit vielen Anekdoten faszinierte Leeb die Gäste. „Was heutzutage das Internet ist, war früher das Gasthaus“, erzählte er etwa, wie früher die Kommunikation funktionierte. Bürgermeister Gernot Hainzl zitierte Ingeborg Bachmann: „Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler. Die Erzählungen von Leeb lehren Geschichte und finden hoffentlich Schüler.“ Die Winkler „Domspatzen“ musizierten bei der Präsentation. Die Vorführung alten Handwerks umrahmte das Programm: Federn schleisseln, Butter rühren, Klöppeln, Knöpfe nähen, Besen binden, waschen mit Waschrumpel, Mohn, Brösel und Kaffee reiben, stopfen und Sengst dengeln.

Das Buch ist in der Bücherstube Horn, bei Winklwerk-Obmann Franz Nagl und im Amtshaus Röhrenbach erhältlich.