Tourismus im Bezirk Horn steht vor Comeback. Die Grenzen sind wieder offen, Lockdown ist keiner in Sicht. Eine ganze Branche atmet jetzt wieder auf.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 09. Juni 2021 (03:59)
Das Feriendorf Gallien ist im Sommer bereits wieder gut ausgelastet. Bruno und Marcel Toifl freuen sich zudem über die Präsentation des neuen hauseigenen Bieres.
E. Reininger, E. Reininger

Die Ferne ruft wieder. Nach Monaten des Eingesperrtseins ist das Fernweh bei manchen so stark, wie nie zuvor. Zumindest Reisen ins nähere Ausland gewinnen nach mehreren Lockerungsschritten wieder an Beliebtheit.

Italien oder Griechenland? „Alle möglichen Destinationen werden bereits wieder gebucht“, sagt Sabine Holzapfel-Friedrich vom Horner ÖAMTC-Reisebüro. Allen voran seien Reisen nach Italien für Selbstfahrer ein relativ sicherer erster Urlaub nach dem Lockdown. „Die Buchungen gehen aber natürlich quer durch das gesamte Reiseangebot. Flugreisen nach Griechenland und Spanien sind ebenfalls beliebt“, erklärt sie. Flusskreuzfahrten würden ab Herbst ebenfalls im Trend liegen.

Viel zu beachten. Die meisten Fragen würden sich dabei aktuell erwartungsgemäß den Einreisebestimmungen widmen. Ein schwieriges Thema, bei dem jedes Land sein eigenes Süppchen kocht und Informationen oft nicht sofort ersichtlich sind. „Die Impfung erleichtert hier einiges. Dadurch kann man einen Corona-Test bei Ein- und Ausreise umgehen“, erzählt Holzapfel-Friedrich. Mittlerweile seien die Bestimmungen europaweit zumindest auf einem ähnlichen Nenner. Unterschiede gibt es aber trotzdem. So sind in manchen Ländern PCR-Tests Plicht, in manchen reicht ein Antigen-Test. Ein schwieriges Thema seien dabei weiterhin die Familienreisen, da Kinder eben noch nicht geimpft sind.

Mehr vertrauen auf Reisebüros. Die noch zu spürende Unsicherheit würde sich auch beim Buchungsverhalten bemerkbar machen. „Es wird vermehrt auf Pauschalreisen geachtet, weil man damit momentan doch auf der sicheren Seite ist“, sagt Holzapfel-Friedrich. Auch das Reisebüro an sich würde dadurch neue Kunden dazugewinnen können. „Unser Service wird jetzt etwas mehr geschätzt. So finden mehr Kunden, die zuvor nur online buchten, ihren Weg zu uns.

Das Schlimmste überstanden? Die Erleichterung nach den Monaten des Bangens ist jetzt deutlich zu spüren. „Wir merken, dass wir wieder Arbeit haben und das freut uns sehr.“ Die bedrückende Atmosphäre in der Reisebranche scheint jetzt also vorerst ihr Ende genommen zu haben. Kaum ein Bereich wurde härter von Corona getroffen. Durch die Bank waren die Reisebüros in den vergangenen Monaten geschlossen beziehungsweise nur eingeschränkt geöffnet.

Wieder optimistisch. So auch das Horner RUEFA-Reisebüro. Das ist aber jetzt vorbei. Mittlerweile ist das Reisebüro wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet. „Mit den Öffnungsschritten, aber auch dem Impffortschritt kommt wieder Leben in die gesamte Reisebranche“, meint Reisebüroleiterin Iris Mairhofer. Diese Kombination hätte zum ruckartigen Aufwind nach den Monaten der Stagnation beigetragen. „So macht es auch wieder Spaß“, schildert sie.

Ein langer Weg zurück. Von einem Buchungsniveau, wie es noch 2019 herrschte, sei man natürlich trotzdem noch weit entfernt. Hauptreiseziele seien auch im RUEFA-Reisebüro das südliche Europa mit Griechenland, Kroatien, Italien und Spanien. Auch Österreichreisen werden bei Mairhofer gebucht, vereinzelt zudem Ägypten. Mit weiteren möglichen Lockerungen über den Sommer verspricht sie sich weitere Kunden, die jetzt vielleicht noch zögerlich sind. Spontane Urlaube seien durchaus ein wichtiger Faktor im heurigen Jahr. „Ich hoffe, dass der Trend jetzt zumindest bis Herbst anhält und danach im Winter auch die Fernreisen wieder starten können“, sagt Mairhofer.

Das eigene Land entdecken. Aber nicht nur die Ferne lockt. Gerade im Vorjahr bemerkte man einen regelrechten Boom im Tourismus daheim. Dadurch konnten auch viele der heimischen Betriebe profitieren. Bruno Toifl vom Feriendorf Gallien in Pernegg hofft auf einen ähnlich guten Sommer, wie im vergangenen Jahr. „Viele wollen in den unsicheren Zeiten daheim in Österreich bleiben und das merken auch wir anhand der Buchungslage“,berichtet Toifl.

Viele Buchungen im Sommer. Seit den ersten Öffnungsschritten würden diese nämlich wieder rasant an Fahrt aufnehmen. „Neben den bekannten Stammgästen freuen wir uns auch auf viele neue Gäste, die bei uns gebucht haben.“ Die Blockhäuser, Tipis und der Campingplatz seien über den Sommer hinweg bereits gut ausgelastet. Buchungen würden schon bis Oktober reichen. „Ich glaube, die Leute sind froh, wenn sie mal wieder raus kommen und etwas Abwechslung geboten bekommen“, meint Toifl.

Mit eigenem Bier am Start. Auch das Lokal sei nach dem Wetterumschwung wieder am Durchstarten. Zum Neustart wurden die Parkplätze des Feriendorfes erweitert. Neu ist auch die eigene Brauerei, deren Fertigstellung gerade in den letzten Zügen ist. Das selbst gebraute „Gallienbräu“ steht damit in den Startlöchern. Auch Führungen, Bierverkostungen und Braukurse sollen laut Toifl noch kommen.

Heimische Hotels hoffen auf „Landboom“. Frischen Wind merkt man auch in der Hotelbranche. „Es geht bergauf. Die Buchungen für den Sommer starten gerade wieder voll durch“, erzählt Theresa Pichler vom Schüttkasten Geras. Dabei bestätigt auch sie den Trend von kurzfristigen Buchungen. Auch Seminare seien schon wieder eingeplant. „Ich gehe von einem ähnlichen Sommer wie im Vorjahr aus, wo die ländlichen Regionen irrsinnig geboomt haben.

Busgruppen fehlen noch. Etwas zögerlich aber doch steigen auch die Buchungen im Horner Hotel Blie. „Es wird so langsam, aber es ist jetzt nicht so, dass wir überrannt werden“, schildert Victoria Blie. Zurückhaltung sei schon noch zu spüren und fehlen würden vor allem die Busgruppen. Auch wenn viele kurzfristige Buchungen kommen würden, sei der Juni für sie schon so ziemlich abgehakt. Die Hoffnungen auf einen guten Sommer ab Juli bestehen aber noch.

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