Zirkus sitzt in Horn fest. Nachdem der kleine Familienzirkus „Belloni" aus Deutschland coronabedingt zuerst in Eggenburg gestrandet war (die NÖN berichtete), sitzt man nun am Horner Festgelände fest - und hofft auf Spenden.

Von Eduard Reininger. Erstellt am 18. Mai 2020 (07:39)

Die Hilfsbereitschaft und Unterstützung in Eggenburg sei super gewesen, informierte Zirkus-Leiter Carlos Frank, der in der siebenten Generation das Unternehmen leitet. Der Standort sei aber wegen seiner Beschaffenheit (Schotteruntergrund) für die Tiere laut Veterinäramt nicht geeignet gewesen, erklärte er, warum man nun in Horn ist.

Geholfen habe bei der Suche nach einem neuen Verweilplatz Bezirkshauptmannschaft und Stadtgemeinde Horn. Hier sitzt der Zirkus nun am Festgelände fest - voraussichtlich bis August. Und das sei nicht unproblematisch, wie Frank gegenüber der NÖN berichtet: „Wir hätten längst unsere Saison begonnen. An die 30 Spielstätten waren für diese Saison geplant. Auch das in die Jahre gekommenen Zelt sollte nach dieser Saison erneuert werden. Und dann kam die Sperre aufgrund des Coronavirus. Das ist schon ein mulmiges Gefühl“, betonte Frank.

Der kleine Zirkus arbeitet auch mit Tieren, freilich keine exotischen: Ponys, Reitpferd, Lamas, Stier und Hunde. Auch die gehören versorgt. Darum freut sich die Artistenfamilie Frank auch über Spenden: „Unsere Aussicht auf Einnahmen ist gleich null. Wir sind dankbar, wenn uns Leute Heu, Karotten oder Brot bringen. Unsere Reserven sind fast bei null“, sagte Frank.

Auch die Zirkusfamilie mit Kindern selbst nimmt gerne Nahrungsmittel oder Gutscheine für Supermärkte an. Eine Situation, die für ihn und seine Familie nicht angenehm sei: „Zirkusleute wissen sich immer selbst zu helfen. Wir sind nicht nur Künstler in der Manege, sondern auch Überlebenskünstler. Die Hilfe der Bevölkerung, auf die wir jetzt angewiesen sind, ist als Selbstständiger schwer anzunehmen. Aber wir  sind sehr dankbar dafür.“

„Geisteraufführung" im Internet

Spenden können direkt am Festgelände abgegeben werden, hier kann man sich auch - unter Einhaltung von Abstandsregeln - die Situation vor Ort ansehen. Wenn die Coronakrise endlich vorbei ist, will sich der „Circus Belloni" den Helfern erkenntlich zeigen.

Geübt und trainiert wird weiterhin täglich. „In Zeiten der Krise bemerkt man erst die unglaubliche Solidarität der Menschen“, meinte Frank. In den nächsten Wochen werden Mitglieder des Eggenburger Fotoclub eine „Geisteraufführung“ aufzeichnen und im Internet veröffentlichen. Unter der Nummer 0660/8040742 erfährt man auch Hilfsmöglichkeiten.