Ex-Bürgermeister Pind verstorben. Der Zissersdorfer führte seine Gemeinde in Zeit der Zusammenlegung mit Drosendorf.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:37)
Bruno Pind sen. verstarb am 30. Mai wenige Tage nach seinem 91. Geburtstag.
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Tiefe Trauer herrscht in Zissersdorf nach dem Tod des letzten Bürgermeisters der Gemeinde Zissersdorf: Bruno Pind verstarb am 30. Mai wenige Tage nach seinem 91. Geburtstag.

Der 1930 in Regelsbrunn geborene Pind besuchte das Realgymnasium in Wien und schloss seine Ausbildung an der Boku in Wien 1955 mit dem Titel „Diplom-Ingenieur“ ab. Nach Zissersdorf kam er, als ihm ein Onkel, der kinderlos war, seinen Hof in Zissersdorf übergab. Danach war er nicht nur als „Bauer mit Leib und Seele“ bekannt, sondern auch für zahlreiche Vereine und Körperschaften aktiv. Seit 1965 war er Gemeinderat in Zissersdorf, deren letzer Bürgermeister er von 1970 bis zur Zusammenlegung mit Drosendorf 1971 war. In der neu formierten Gemeinde Drosendorf-Zissersdorf war er noch bis 1975 als Stadtrat aktiv und bekleidete den Posten des ÖVP-Gemeindeparteiobmanns, Ortsvorsteher in Zissersdorf blieb er bis 1975.

Bauernvertreter Pind war ein „Sir“

Darüber hinaus war Pind mehr als 30 Jahre Kammerobmann der Bezirksbauernkammer in Geras – und auch dort ein wahrer „Sir“, wie BBK-Obmann Herbert Hofer meint. Besonders bewundernswert an Pind sei gewesen, dass er über eine so lange Phase („Zu Beginn seiner Tätigkeit waren vereinzelt noch Pferdefuhrwerke unterwegs, am Ende waren es computergesteuerte Maschinen“) am Puls der Zeit war – und dabei seine Tätigkeit immer „ohne sich ins Rampenlicht zu drängen und menschlich“ gestaltet habe. 1976 wurde ihm für diese Tätigkeit das „Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich“ durch Landeshauptmann Andreas Maurer verliehen. 1984 wurde Pind der Titel „Ökonomierat“ verliehen.

Pind war auch als Ortsbauernratsobmann und Bezirksbauernratsobmann aktiv und mehr als 25 Jahre Obmann der damaligen Raika Geras. In seine Amtszeit fielen auch die Fusionierungen mit Japons, Langau und Weitersfeld. Er war Vorstandsmitglied im Raiffeisenlagerhaus Zissersdorf und später im RLH Weitersfeld-Zissersdorf. Im Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank NÖ-Wien war er zwölf Jahre. Bei der Milchgenossenschaft Zissersdorf war Pind als Vorsitzender des Aufsichtsrates tätig.

Pfarrgemeinderat: 25 Jahre aktiv

Pind engagierte sich auch von 1967 bis 1992 als Mitglied bzw. Vorsitzender im Pfarrgemeinderat in Zissersdorf. Von 1960 bis 2015 war er ehrenamtlicher Berichterstatter für Feldfrüchte des Österreichischen Statistischen Zentralamtes. Er, der 63 Jahre mit seiner Gattin Anna verheiratet war, hinterlässt zwei Kinder, sieben Enkerl und sechs Urenkerl. Er wurde am 5. Juni beigesetzt.