Bei KSG alle Zeichen auf Wachstumskurs

Erstellt am 25. Februar 2022 | 03:16
Lesezeit: 5 Min
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Geschäftsführer Kornel Schmidt (vorne Mitte) von KSG Austria kann auf ein starkes, kompetentes und motiviertes Team von über 200 Mitarbeitern in Zitternberg zählen.
Foto: Foto BN Lichtbilder,
High-Tech-Betrieb konnte im Vorjahr den Umsatz von 21,2 auf 30 Millionen Euro steigern. Zertifizierung – die NÖN berichtete – berechtigt zur Produktion im heiß umkämpften Auto-Markt. Für heuer sind Investitionen von fünf Millionen Euro geplant.
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Kornel Schmidt ist Geschäftsführer der KSG Austria in Zitternberg.
Foto: A. Pfeffel

Die KSG-Gruppe mit Werken im sächsischen Gornsdorf und in der Garser Katastralgemeinde Zitternberg gehört zu den führenden Leiterplattenherstellern in Europa. Die NÖN wollte von Kornel Schmidt, Geschäftsführer der KSG Austria, wissen, wie er das Jahr 2021 sieht und was er sich für heuer erwartet.

NÖN: Wie beurteilen Sie das abgelaufene Jahr? Welche Erfolge hat es für KSG gebracht, welche Probleme? Und welche Rückschläge haben Sie hinnehmen müssen?

Kornel Schmidt: In Summe gesehen war das Jahr 2021 für KSG Austria sehr erfolgreich. Das zeigt sich sehr schön in den Umsätzen, die von 21,2 Millionen im Jahr 2020 auf 30 Millionen Euro 2021 gestiegen sind. Zudem konnten wir bedeutende Projekte zum Abschluss bringen – so zum Beispiel die Zertifizierung nach IATF 16949. Mit dieser Zertifizierung haben wir die Berechtigung erhalten, für die Automobilindustrie produzieren zu dürfen. Damit haben wir uns die Türe zu einem für uns komplett neuen Marktsegment geöffnet. Das ist ein Meilenstein in der Verfolgung der Wachstumsstrategie für den Standort Gars.

Die Herausforderungen in der durch die Pandemie schwierig gewordenen Kommunikation meisterten wir mit Videokonferenzen und virtuellen Kundenbesuchen und -überprüfungen. Ende Februar beendeten wir das Arbeitszeitmodell der Kurzarbeit. Das bedeutete ein großes Aufatmen für uns alle. Ab diesem Zeitpunkt galt es wiederum, das stark gestiegene Auftragsvolumen termingerecht abzuarbeiten, was bald mit Mehrarbeit für unsere Mitarbeiter – auch an den Wochenenden – verbunden war. Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie flexibel unsere Mitarbeiter sind, ich bin sehr stolz auf jeden Einzelnen von ihnen. Es ist eben nicht einfach, wenn man selbst und das Marktumfeld stark konjunkturabhängig ist. Eine Schwierigkeit, die sich aus 2020 fortgesetzt hat, sind die laufend steigenden Rohstoffpreise und eine drohende Rohstoffverknappung.

Hat es Kurzarbeit und/oder Entlassungen aufgrund der Auftragslage gegeben oder haben Sie gar zusätzliches Personal einstellen müssen?

Schmidt: Entlassungen konnten mit dem Instrument der Kurzarbeit verhindert werden. Vielmehr ist es gelungen, die Stamm-Mannschaft mit ihrem großen Know-how zu halten. 2021 wurden insgesamt 20 neue Mitarbeiter eingestellt, mit Jahresende hatten wir 222 Mitarbeiter.

War es leicht, für Ihren Bedarf ausgebildete Mitarbeiter für die Produktion, die Qualitätsprüfung etc. zu finden oder bilden Sie grundsätzlich Mitarbeiter selbst aus?

Schmidt: Der Facharbeitskräftemangel geht auch an KSG Austria nicht spurlos vorüber. Unter den Bewerbern sind zu wenig technisch Interessierte. Dabei stellen wir auch Quereinsteiger ein, das sind Bewerber, die ursprünglich einen branchenfremden Beruf erlernt haben, sich aber nun verändern möchten. Jeder neue Mitarbeiter erhält eine individuelle Einschulung, die je nach Einsatzgebiet mehrere Wochen bis zu einem Jahr dauert. So kann man mit Interesse, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit durchaus sogar die Karriereleiter erklimmen. Nicht jeder unserer Mitarbeiter in Leitungsfunktionen hat einen einschlägigen technischen Abschluss oder ist gelernter Elektriker. Eine wichtige Säule in der Gewinnung von neuen Mitarbeitern ist die Lehrlingsausbildung am Standort. Für den Herbst 2022 suchen wir noch vier Lehrlinge „Prozesstechniker“. In einem kleinen Video erklären wir, was ein Prozesstechniker eigentlich macht. Infos dazu findet man auf unserem Youtube-Kanal. Reinschauen lohnt sich!

Wie optimistisch blicken Sie ins Jahr 2022? Was wird es für KSG bringen?

Schmidt: Investitionen in der Höhe von fünf Millionen Euro sind geplant. Das sind zum einen Investitionen in neue fortschrittliche Technologien, um die immer feiner werdenden Strukturen auf und in den Leiterplatten fertigen zu können, zum anderen auch Investitionen in die Kapazität. Dabei behalten wir stets auch Umweltaspekte – wie effizienten Energieverbrauch und Reduzierung der Abfälle – im Auge. Auch die Digitalisierung wird vorangetrieben. Statt der herkömmlichen Fotobelichtung werden wir auch digitale Techniken, wie etwa die Direktbelichtung mit Lasertechnik, einsetzen.

Man hört, dass es einen Ausbau des Werks geben wird? In welcher Form ? Bedeutet das zusätzliche Arbeitskräfte?

Schmidt: In unseren mittelfristigen Planungen steht die Kapazitätserweiterung unseres Werkes. Wir sind momentan in der Phase der Konzeptuntersuchungen, um eine optimierte Fertigung zu ermöglichen. Anhand der Ergebnisse und der Marktentwicklung wird zu einem späteren Zeitpunkt über die Umsetzung entschieden. Mit den steigenden Anlagenkapazitäten sind Effizienzsteigerungen geplant, neben den Optimierungen werden wir unsere Mannschaft in den verschiedenen Bereichen auch verstärken. Wir suchen aktuell Mitarbeiter für Betriebstechnik, Lager und Versand, CAM-Techniker, Produktion, Qualitätssicherung, Lehrlinge Prozesstechniker.

Stimmt es, dass Sie hier sesshaft werden wollen. Was hat zu dieser Entscheidung geführt? Werden Sie sich auch in das gesellschaftliche Leben in Gars einbringen?

Schmidt: Die Informationen sind soweit korrekt. Ende letztes Jahres haben meine Frau und ich uns für ein Haus in Gars entschieden und unseren Lebensmittelpunkt von Krems nach Gars verlagert. Mein Weg zur Arbeit beträgt nun nur noch einen Bruchteil der Strecke Gars-Krems. Natürlich werden die Umstände es mit sich bringen, dass wir uns auch privat in das gesellschaftliche Leben in Gars einbringen werden.

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