KSG: Plus bei Leiterplatten-Nachfrage. Trotz Kurzarbeit und verstärkten Hygiene- Maßnahmen bleibt Garser Betrieb zuversichtlich – dank Nachfrage nach Medizin-Produkten.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 08. April 2020 (06:03)
KSG-Werksleiter Kornel Schmidt.
KSG

Über eine steigende Nachfrage nach einigen ihrer Produkte kann die in Zitternberg ansässige Firma KSG berichten. Besonders Leiterplatten für Beatmungsgeräte und medizinische und Platinen für medizinische Überwachungssysteme und intensivmedizinische elektronische Ausstattung sind derzeit gefragt.

Gesundheit der Mitarbeiter im Fokus

Die beispiellose Situation, in der sich die ganze Welt heute befinde, erfordere auch von seinem Unternehmen, das in Gars rund 200 Mitarbeiter hat, außergewöhnliche und drastische Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und zur Begrenzung der Ausbreitung des Virus, sagte Werksleiter Kornel Schmidt. Die KSG-Gruppe sei bemüht, die Auswirkungen der aktuellen SARS-CoV-2 Krise auf die Geschäftsprozesse so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig die Gesundheit der Mitarbeiter maximal zu schützen. „Natürlich stellt uns das vor erhebliche Herausforderungen, nicht zuletzt auch, was die Versorgung unserer Werke mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen angeht“, erklärt Schmidt. Da die Lieferkette aber schon langfristig genau beobachtet wurde, sei diese aus heutiger Sicht für die nächste Zeit gesichert. Um die „Supply Chain“ (Lieferkette) aufrecht zu halten, sei man in laufendem Kontakt mit den Vorlieferanten.

Schutzmaßnahmen für Personal

Auf die aktuelle Entwicklung wurde durch das Anpassen der Schichtzeiten reagiert. Die Mitarbeiter der einzelnen Schichten begegnen einander bei den Schichtübergaben nicht mehr. Außerdem wird in allen Unternehmensbereichen „Social Distancing“ so gut wie möglich praktiziert. Alle persönlichen externen Besprechungen wurden abgesagt bzw. werden digital über Videokonferenzen durchgeführt. Das Ausmaß der internen Besprechungen wurde auf ein Mindestmaß reduziert. Die Mitarbeiter sind angewiesen, ausreichend Abstand zu halten, Desinfektionsmittel wurde bereitgestellt. Kollegen, die aus Krisengebieten zurückgekommen sind, wurden bereits vor mehreren Wochen ins Homeoffice geschickt oder freigestellt. Das gelte auch für Personen, die ein erhöhtes Risiko zu schweren Krankheitsverläufen aufweisen. Seit dem 17. März haben Mitarbeiter aus dem administrativen Bereich die Möglichkeit, zum größten Teil von zu Hause aus zu arbeiten. Vereinzelt sei es notwendig, dass Mitarbeiter, an einzelnen Tagen ins Unternehmen kommen müssen. „Dabei achten wir darauf, dass in jedem Büro nur ein Mitarbeiter anwesend ist. Alle übrigen Mitarbeiter arbeiten unter strengen Hygieneauflagen im Unternehmen“, berichtet Schmidt.

Kurzarbeitszeitmodell

Aktuell wird bereits in einem Kurzarbeitsmodell gearbeitet, mit dem die Nachfrage der Kunden gut abgedeckt werden könne. Dieses bleibt daher vorerst aufrecht. Die Situation werde laufend neu analysiert und bewertet.

Nachfrage nach Leiterplatten steigt

„Unsere Kunden bestellen nach wie vor bei uns und wir können sogar einen Anstieg der Nachfrage im Bereich von medizintechnischen Geräten verzeichnen“, gibt es gute Nachrichten. In beiden Werken – neben Gars auch in Gornsdorf in Deutschland – werden zur Zeit Leiterplatten für Beatmungsgeräte produziert. Ebenso werden Platinen für medizinische Überwachungssysteme und intensivmedizinische elektronische Ausstattung hergestellt. „Mit der pünktlichen Fertigung dieser Aufträge leistet KSG einen Beitrag zur Rettung von Leben und unterstützt damit ihre Kunden, die Auflagen der Behörden in Bezug auf Kritische Infrastruktur („KRITIS“) zu erfüllen. Das Bestreben von KSG sei es daher, die Kunden weiterhin so professionell und reibungslos wie möglich zu bedienen, Ausfallgefahren gering zu halten und die Vorgaben des Gesetzgebers vollumfänglich zu erfüllen.

Zuversicht für die Zukunft

Als Unternehmen in der Elektronikbranche sei KSG zyklische Schwankungen gewohnt und habe als Unternehmen schon viele Herausforderungen – sei es Wirtschaftskrisen oder Hochwasser – gemeistert. Die Corona-Krise übertreffe zwar alles, was man bisher gekannt habe, dennoch sei das Unternehmen zuversichtlich, dass man auch diese Herausforderung als Team meistern werde, sagt Schmidt.