KSG trennt sich auch von Christoph Jarisch. Nach Rudolf Janesch wurde mit Christoph Jarisch auch der zweite KSG-Geschäftsführer „freigestellt“.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 26. Juni 2019 (05:50)
NÖN-Archiv
Vor knapp zwei Jahren, als die High-Tech-Firma Häusermann von der deutschen KSG übernommen wurde, waren deren Chefin Margret Gleiniger und die Geschäftsführer im Werk Zitternberg, Rudolf Janesch (links) und Christoph Jarisch ein Herz und eine Seele. Nach Janesch im heurigen März trennt man sich nun auch von Jarisch.

„Der Garser Leiterplattenproduzent KSG Austria GmbH verändert seine Geschäftsführung“, lautet eine Pressemitteilung, die der NÖN zugesandt wurde. „Christoph Jarisch, der seit 1995 im Unternehmen tätig war, scheidet ab 13. Juni einvernehmlich aus der Geschäftsführung aus. Die Geschäftsführung hat nun Margret Gleiniger übernommen.“

Sie ist die Chefin der KSG Leiterplatten GmbH im deutschen Gornsdorf, die 2017 die Firma Häusermann gekauft hat. Diese firmiert seither als KSG Austria GmbH. Gleiniger: „Herr Jarisch hat den Weg des Unternehmens viele Jahre mitgeprägt und wir danken ihm ausdrücklich für seine geleistete Arbeit.“

Damit ist Jarisch der zweite (und letzte) Geschäftsführer, der nicht mehr im Unternehmen ist. Im März dieses Jahres hat man sich von Rudolf Janesch einvernehmlich getrennt. „Wir haben eine einvernehmliche Trennung vereinbart“, erklärte Jarisch gegenüber der NÖN. „Offiziell scheide ich erst per 31. 12. 2019 aus. Ich bin aber bereits jetzt vom Dienst freigestellt und als Geschäftsführer abberufen.“ Mehr wollte Jarisch dazu nicht sagen.

Wie aus dem Umfeld zu erfahren war, soll Jarisch innerhalb weniger Stunden seinen Arbeitsplatz haben räumen müssen und sich nicht einmal von seinen Mitarbeitern verabschieden dürfen. „Die Trennung war gemeinsam in Gesprächen vereinbart und vertraglich geregelt. Eine Verabschiedung von den Mitarbeitern war nicht verboten“, erklärt Greiniger auf NÖN-Anfrage.

„Die Stammbelegschaft wurde gehalten!“

Hinter vorgehaltener Hand wurde darüber gesprochen, dass Mitarbeiter wegen Einbruchs der Auftragslage abgebaut werden. Damit konfrontiert beantwortet die neue Zitternberger Geschäftsführerin so:

„Die Auftragslage im Standort Gars ist seit Herbst 2018 rückläufig und wirkt sich ab 2019 in der Beschäftigungssituation aus. Grund sind unter anderem eine aktuell schwache Marktentwicklung in der Automobilbranche, die unsichere Versorgungslage mit Elektronik-Bauteilen, aber auch die abkühlende Konjunktur. Durch unsere rasche Reaktion auf die veränderte Marktentwicklung mit Kurzarbeit konnten wir dennoch alle Mitarbeiter aus der Stammbelegschaft halten. Lediglich die Verträge mit den Personalleasingunternehmen und einzelnen Subfirmen wurden nicht verlängert.“

KSG auf der Suche nach einem Standortleiter

Ende Oktober 2018, bei der Umfirmierung der Firma Häusermann, sprach der damalige Geschäftsführer Janesch – die NÖN berichtete (Nr. 44/2018) – von einer Investition in Gars für 2019/20 von fünf Millionen Euro. Ist dieser Plan noch aufrecht? „Der Garser Produktionsstandort für Leiterplatten wurde seit 2017 ausgebaut. Insgesamt wurden 8,7 Millionen Euro vor allem in den Bereichen Chemie und der mechanischen Bearbeitung investiert. Die für 2019 in der Produktion geplanten Investitionen werden plangemäß umgesetzt“, antwortete Gleiniger.

Offen ist noch die Besetzung eines Werkleiters, da sich Gleiniger hauptsächlich in Deutschland aufhält. „Aufgrund der Veränderung in der Geschäftsleitung wurde die Stelle für einen Standortleiter ausgeschrieben. Wir sind aktiv bei der Suche.“