Garser „Klang Burg“ bildet Achse zur Staatsoper. „Garser Schubertiade“ war Startschuss für Zusammenarbeit mit dem Opernstudio, dem Nachwuchsprogramm der Wiener Institution.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. September 2020 (04:32)
Johannes Wildner, Intendant der Oper Burg Gars, und sein Lehrer Ernst Kovacic in der Mitte (beide mit Violine) mit dem hochkarätigen Sänger- und Musiker-Ensemble. Besonderer Gast der Garser Schubertiade war Starbariton Michael Kraus (2. von links).
Andreas Anker

Angesichts der corona-bedingten Verschiebung der für heuer angesetzten Oper „Carmen“ ins Jahr 2021 war in der Garser Burg diesen Sommer erstmals seit 30 Jahren keine Opernproduktion zu sehen. Doch ein Sommer gänzlich ohne kulturelle Veranstaltungen wäre für Intendant Johannes Wildner und sein Team undenkbar und eine Kapitulation vor dem Virus gewesen.

So machte der Intendant auf die Verantwortung von Kunst und Kultur besonders in Krisenzeiten aufmerksam und entwickelte im Juni in kürzester Zeit ein Kulturprogramm für den Sommer – mit Künstlern im Mittelpunkt, die eine persönliche Beziehung zu Gars haben.

Abgeschlossen wird das denkwürdige „Klang Burg Gars“-Programm mit dem vielleicht bedeutendsten Kammermusikwerk der österreichischen Musikgeschichte, dem Streichquintett in C-Dur von Franz Schubert. Unter den erlesenen Künstlern nahm an diesem Abend auch Starbariton Michael Kraus auf der Bühne der Burg Gars Platz.

Denn wie Wildner verriet, war die „Garser Schubertiade“ zugleich der Startschuss für die Zusammenarbeit der Oper-Burg mit dem neu gegründeten und von Kraus geleiteten Opernstudio, dem Nachwuchsprogramm der Wiener Staatsoper.

Junge Staatsoper wird auch in Gars auftreten

Unter der neuen Direktion von Bogdan Roščić nimmt dieses im Herbst 2020 die Arbeit auf und richtet sich an Künstler mit abgeschlossener Gesangsausbildung, deren Talent und Können eine Karriere auf internationalem Niveau versprechen. Sie erhalten über das Opernstudio-Programm die Möglichkeit, die im Studium erworbenen Kenntnisse zu vertiefen und vom Erfahrungsschatz etablierter Kollegen zu profitieren.

Hochtalentierte Künstler werden dank der Kooperation auch in der Oper Burg Gars an professionellen Produktionen mitwirken und wertvolle Erfahrungen sammeln.

„Diese Zusammenarbeit der Oper Burg Gars mit dem Nachwuchsprogramm der Wiener Staatsoper soll für beide Kulturinstitutionen, vor allem aber für talentierte, junge Künstler in Zukunft Früchte tragen“, betont Wildner. Mit Patricia Nolz (Mezzosopran), Michael Rakotoarivony (Bariton) und Andri Joel Harison (Piano) musizierten im Ensemble der „Garser Schubertiade“ bereits drei dieser jungen Ausnahmetalente mit.

Mit Beginn am 3. Juli wurden im Sommerprogramm der Burg jeden Freitag Glanzstücke aus der Welt der Musik, Literatur und des Tanzes geboten: etwa Michael Korths Theaterstück mit Musik über Beethovens Leben oder das Zusammentreffen des Akkordeonvirtuosen und Wahl-Garsers Otto Lechner mit dem universellen Stargitarristen Harri Stojka – begleitet von Anne Bennents unnachahmlicher Vortragskunst.

Am vergangenen Freitag ist der vielseitige Sommer auf der Burg mit der „Garser Schubertiade“ zu Ende gegangen, wo Wildner mit Musikfreunden und seinem Lehrer Ernst Kovacic einen bunten Strauß von Melodien lieferte, unter anderem Schuberts „Wanderers Nachtlied II“ und „Gretchen am Spinnrad“. Dazwischen rezitierte er Hans Christian Andersens Märchen „Die Nachtigall“.