2017 könnte Jahr mit den wenigsten Verkehrstoten werden. 2017 könnte das Jahr mit den wenigsten Verkehrstoten in Österreich werden. Im ersten Halbjahr gab es einen positiven Trend, die Zahl der Getöteten ist im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2016 um fünf Prozent zurückgegangen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 29. Juni 2017 (07:15)
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Zahl der Verkehrstoten rückläufig

Starben im Vorjahr auf den heimischen Straßen 177 Personen bis Ende der Kalenderwoche 25 , waren es heuer 171.

2016 gab es mit 432 Verkehrstoten im Gesamtjahr die zweitniedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen - nach 430 im Jahr 2014. "Der positive Trend des ersten Halbjahres wird anhalten", konstatierte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).

Zurückzuführen ist der Rückgang auf weniger getötete Pkw-Lenker. Starben im ersten Halbjahr 2016 noch 63 Fahrer, waren es heuer um neun weniger. Jene, die bei Unfällen auf der Autobahn getötet werden, "sind fast alle nicht angegurtet oder begingen Suizid", sagte Thann. Eine höhere Gurtanlegequote würde bis zu 40 weniger Autobahntote im Jahr bedeuten, meinte der KFV-Direktor. Prinzipiell gilt: "Die Überlebenschance mit Gurt ist achtmal höher als ohne."

Eine deutliche Zunahme gab es wiederum bei getöteten Motorradfahrern. So stieg die Zahl bei diesen Verkehrsteilnehmern um sechs auf 25, bei den Leichtmotorrad-Fahrern starben um vier mehr als im ersten Halbjahr 2016. Drei Viertel der tödlichen Motorradunfälle waren Alleinunfälle, sagte der KFV-Direktor.

"Eines der größten Probleme ist, dass eigene Fahrfehler oder das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer unmittelbare und meist schwere Auswirkungen auf den nicht durch eine Karosserie geschützten Biker haben", sagte Thann. Außerdem würden vor allem im Sommer viele Biker "bei der Hitze sorglos auf Schutzbekleidung verzichten". Wichtig für die Unfallprävention sind auch regelmäßige Trainings, "auch lange, nachdem man den Führerschein gemacht hat", betonte Thann.

Konstant hoch sind Fußgängerunfälle. 22 Personen starben in den ersten sechs Monaten 2016, heuer waren es 21. Technik trägt zur starken Reduktion von Unfällen bei, allerdings bleiben bei allem Fortschritt die ungeschützten Verkehrsteilnehmer zurück. Die Technik kümmert sich primär um Fahrzeugentwicklung und zu wenig um die Menschen, meinte Thann.

Hauptunfallursachen sind auch heuer einmal mehr Ablenkung, Vorrangverletzungen und nicht angepasste Geschwindigkeit, wobei letzteres deutlich rückläufig ist. Waren im Vorjahr noch 42 tödliche Unfälle durch Raserei verursacht, waren es heuer bisher 28, ergaben die Analysen des KFV.

Verbesserungen in der Tiefenanalyse erwartet sich das KFV durch das neue Straßenverkehrsunfallstatistik-Gesetz, das mit 1. Juli in Kraft tritt. Dadurch sollen Unfallzahlen auch früher verfügbar sein, "und nicht erst mit einem halben Jahr Verspätung". Es soll künftig auch möglich sein, zeilgerichtete Maßnahmen zur Prävention zu treffen und Unfälle "ordentlich zu evaluieren", meinte Thann.