Hitzewelle sorgte für neue Temperaturrekorde in Europa. In Deutschland ist am Mittwoch die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Juli 2019 (23:01)
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Die Sonne zeigte ihre ganze Kraft

In der nordrhein-westfälischen Stadt Geilenkirchen wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 40,5 Grad gemessen. Damit sei der bisherige deutsche Hitzerekord vom 5. Juli 2015 mit 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen überboten worden.

Der neue deutsche Temperaturrekord könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein und bereits am Donnerstag wieder gebrochen werden. Die zweite Hitzewelle innerhalb von zwei Monaten sorgte auch in Belgien und den Niederlanden für Temperaturrekorde. Großbritannien rechnet für Donnerstag mit dem wärmsten Tag seiner Geschichte.

In Gilze en Rijen im Süden der Niederland stieg das Thermometer auf 38,8 Grad und brach damit den Rekord von 1944 mit 38,6 Grad. Belgien, wo erstmals die Hitzewarnstufe Rot galt, meldete ebenfalls seine höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1833. Laut Chef-Meteorologe David Dehenauw wurden auf dem Militärflugplatz Kleine-Brogel in Flandern 39,9 Grad gemessen, 1,1 Grad mehr als im vergangenen Sommer.

Bis zum Ende der Hitzewelle am Freitag wurde weiter mit Spitzentemperaturen gerechnet. Vorsorglich zogen mehrere Behörden der Stadt Brüssel den Feierabend für ihre Mitarbeiter im Außendienst bis Freitag auf 13.00 Uhr vor.

In Frankreich wurde ebenfalls für weite Teile Hitzewarnung herausgegeben, im Norden des Landes galt ab dem Nachmittag sogar die höchste Stufe. Mehrere Städte hatten bereits am Dienstag Hitzerekorde gemeldet.

Doch das Schlimmste steht am Donnerstag bevor: Der französische Wetterdienst sagt Temperaturen zwischen 37 und 42 Grad vorher - auch in Paris dürfte dann der bisherige Rekord aus dem Jahr 1947 fallen. In 73 der 96 französischen Departements schränkten die Behörden wegen der Trockenheit den Wasserverbrauch ein.

Die britische Eisenbahngesellschaft Network Rail ließ wegen der hohen Temperaturen die Geschwindigkeit ihrer Züge drosseln. In London wurden nach Polizeiangaben drei Menschen nach einem Bad in der Themse vermisst.

In Luxemburg und Italien warnten die Behörden die Bevölkerung ebenfalls vor der Belastung durch extreme Hitze.

In den USA wurde nach der Hitzewelle vom Wochenende im Potomac-Fluss in der Hauptstadt Washington ein neuer Temperaturrekord gemessen. Das Wasser hatte mit 34 Grad Badewasser-Temperatur, wie die US-Behörde Geological Survey mitteilte.

Der absolute Temperaturrekord für Österreich war am 8. August 2013 mit 40,5 Grad in Bad Deutsch-Altenburg erreicht worden. Weltweit ist eine Ranch im Death Valley in den USA Spitzenreiter. 1913 wurden hier 56,7 Grad gemessen.

Während Europa unter der Hitze ächzt, kämpft Bolivien derzeit mit extremer Kälte. Für sechs der neun Regionen gab der Wetterdienst Kältewarnungen heraus. Wegen starken Schneefalls und eisiger Winde wurden zeitweise einige wichtige Verbindungsstraßen gesperrt. In mehreren Regionen fiel zudem der Schulunterricht aus.