Sudanesischer Präsident Al-Bashir zurückgetreten. Der langjährige sudanesische Machthaber Omar al-Bashir soll zurückgetreten sein. Es gebe Verhandlungen über einen "Militärrat", der interimistisch die Macht übernehmen soll, sagte ein Minister aus der Region Nord-Darfur, Adel Mahjoub Hussein. Zuvor hatten die Streitkräfte eine "wichtige Stellungnahme" angekündigt.

Von APA Red. Erstellt am 11. April 2019 (10:03)
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Al-Bashir regiert den Sudan seit 30 Jahren

Armee und Sicherheitskräfte wurden am Donnerstag rund um das Verteidigungsministerium, Hauptstraßen und Brücken in der Hauptstadt Khartoum gesichtet, während sich Tausende Menschen zu einem Protest gegen die Regierung versammelten. Im Land hatte es bereits seit Monaten immer heftigere Proteste gegen Präsident al-Bashir gegeben.

Al-Bashir regiert den Sudan seit 30 Jahren mit harter Hand. 1989 putsche er sich an die Macht, seitdem hat er Intrigen überstanden, aufständische Provinzen wie Darfur mit Gewalt gefügig gemacht und den unruhigen Südsudan in die Unabhängigkeit entlassen. Selbst zwei Haftbefehle des Weltstrafgerichtshofs wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und US-Sanktionen konnten ihm nichts anhaben.

Doch die von der jüngsten Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste entwickeln sich zu einer existenziellen Bedrohung für den 75-Jährigen. Al-Bashir hat zwar Versuche gestartet, dagegenzuwirken: Er rief im Februar einen Ausnahmezustand aus, löste die nationale Regierung sowie die der Bundesstaaten auf und erklärte, er werde als Präsident der Regierungspartei zurücktreten. Doch all dies entschärfte die Spannungen nicht - ganz im Gegenteil. Seit Samstag gingen erneut Zehntausende Menschen auf die Straßen. Und Sicherheitskräfte gingen mit aller Gewalt dagegen vor, Amnesty International zufolge sogar mit scharfer Munition. Mindestens neun Menschen sollen getötet worden sein.