Lawinensituation entspannt sich zunehmend. Die Lawinensituation in Österreich entspannt sich zunehmend. In Tirol stuften Experten des Landes die Gefahr am Mittwoch als "erheblich", also mit Stufe 3 der fünfteiligen Skala, ein. Dasselbe gilt auch für Niederösterreich und Vorarlberg. Unterhalb von 2.000 Metern herrschte verbreitet nur mehr mäßige Gefahr.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Januar 2018 (10:31)
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Eine gewisse Gefahr besteht weiterhin
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In Tirol konnten beinahe alle Straßen noch am Dienstag wieder frei gegeben werden. Auch die Arlbergbahnstrecke bald wieder geöffnet werden. Laut dem Lawinenwarndienst seien vor allem frische Triebschneeansammlungen noch störanfällig und können zumeist schon bei geringer Zusatzbelastung als Lawine ausgelöst werden. Gefahrenstellen liegen in steilen Hängen aller Richtungen oberhalb von etwa 2.000 Metern. Die Gefahr von Selbstauslösungen trockener Lawinen hat abgenommen. Falls ausgelöste Lawinen aber bis in die Altschneedecke durchbrechen, können sie noch größere Ausmaße erreichen, hieß es. Unterhalb von etwa 2.000 Metern muss im Tagesverlauf zunehmend auf Selbstauslösungen von Nassschneerutschen und Gleitschneelawinen geachtet werden. Die großen Neuschnee- und Triebschneeschichten würden sich zunehmend setzen und verfestigen, teilten die Experten mit. Auch die Verbindung mit der Altschneeoberfläche habe zugenommen.

Auch in Niederösterreich entspannte sich die Lage etwas. In den Ybbstaler und Türnitzer Alpen sowie im Rax-Schneeberggebiet herrschte Stufe 3 (erheblich) der fünfteiligen Skala. In den übrigen Regionen wurde das Risiko als mäßig eingestuft. Die spontane Lawinenaktivität nehme zu, teilte der Warndienst Niederösterreich mit. Die Gefahr von spontanen Lawinen verbreite sich mit der im Tagesverlauf zunehmenden Erwärmung und der Sonneneinstrahlung. Betroffen sind laut dem Warndienst vor allem südexponierte Hänge. In mittleren und tieferen Lagen nehme mit zunehmender Durchfeuchtung das Risiko von Nass- und Gleitschneelawinen zu. Spontane Lawinen können exponierte Verkehrs- und Wanderwege erreichen, wurde gewarnt.

Im Tourenbereich galt oberhalb der Waldgrenze der störanfällige Triebschnee - speziell an schattigen Stellen - als Hauptproblem. "Ein Schneebrett kann bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden", hieß es. Erfahrung und defensives Verhalten sei bei Unternehmungen im freien Gelände notwendig. Für Donnerstag wurde überwiegend freundliches und sehr mildes Bergwetter prognostiziert. "Speziell in höhergelegenen Schattseiten bleibt die Lawinengefahr im Tourenbereich bestehen und darf nicht unterschätzt werden", wurde gewarnt.

In Vorarlberg ging die Lawinengefahr weiter zurück und wurde auf Stufe drei ("erheblich") herabgesetzt. Speziell die Gefahr von spontanen Abgängen trockener Lawinen nahm deutlich ab. Seit Dienstagabend waren wieder alle zuvor von der Außenwelt abgeschnittenen Orte auf dem Straßenweg erreichbar. Der Bahnverkehr über den Arlberg blieb jedoch noch gesperrt. Am Dienstag seien noch einige Spontanlawinen beobachtet worden und zahlreiche Lawinensprengungen bewirkten viele kleine bis mittlere, aber auch einige große Schneebrettauslösungen. "Dies bestätigt die Störanfälligkeit der Schneedecke", machte Andreas Pecl vom Vorarlberger Lawinenwarndienst auf die Gefahrenlage im Gebirge aufmerksam. Gerade im Hochgebirge riet er Wintersportlern bei ihren Aktivitäten im freien Gelände weiterhin zu Vorsicht und Zurückhaltung.

Die Hauptgefahr ging am Mittwoch weiter vom Neu- und Tiefschnee aus. Für trockene Lawinen fanden sich Gefahrenstellen vor allem oberhalb der Waldgrenze, in Kammlagen, eingewehten Steilhängen, hinter Geländekanten sowie in Rinnen und Mulden. Die Experten erwarteten mit zunehmender Erwärmung und Sonneneinstrahlung auch oberflächliche Locker- und Nassschneerutsche, Gleitschneelawinen seien in schneereichen Gebieten in allen Expositionen und jederzeit möglich.

Alle Vorarlberger Orte, die in den vergangenen Tagen von der Außenwelt abgeschnitten waren, waren ab Dienstagabend wieder auf dem Straßenweg erreichbar. Die Arlbergbahnstrecke blieb jedoch Mittwoch früh noch gesperrt. Die ÖBB rechneten frühestens zu Mittag mit einer Wiederaufnahme des Verkehrs zwischen Bludenz und Landeck-Zams.