Bolsonaro lastet Umweltschützern Waldbrände an. Für die Waldbrände in der Amazonasregion macht der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Umweltschützer verantwortlich. Beweise für seine Behauptungen zur Brandstiftung legte er nicht vor. In Österreich sprachen sich unterdessen Politiker von ÖVP, SPÖ und den Grünen angesichts der Umweltzerstörung gegen die Ratifizierung des Mercosur-Abkommens aus.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 22. August 2019 (16:16)
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Bolsonaro hat seinen Schuldigen schon gefunden

"Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld", sagte Bolsonaro am Mittwoch (Ortszeit). "Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden." Umweltverbände wiesen die Vorwürfe Bolsonaros scharf zurück. "Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich", sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1. "Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd."

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jänner nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" berichtete. Insgesamt wurden demnach 72.843 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brechen immer wieder Feuer aus.

Als Reaktion auf die Brände kritisierten auch Politiker in Österreich, wie auch in Deutschland, das jüngst vereinbarte Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur, zu dem Brasilien gehört. Ex-Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) äußerte den Verdacht, "dass damit wieder Flächen für intensive Rinderwirtschaft zur Produktion von Billigfleisch geschaffen werden sollen". Die brasilianische Regierung sei völlig untätig. "Für uns ist es deshalb auch unvorstellbar, dem Mercosur-Abkommen zuzustimmen." Diese Ankündigung "sollte das für die ÖVP auch nach der Wahl gelten. Deshalb fordere ich alle Parteien auf, einen österreichischen Amazonas-Pakt zu schließen und zu garantieren, dass Österreich dem vorgelegten Abkommen nicht zustimmt", forderte Michel Reimon, Nationalratskandidat der Grünen.

SP-Agrarsprecher Erwin Preiner meinte nach einem Treffen mit Landwirtschaftsministerin Maria Patek: "Wir haben die Ablehnung des Mercosur-Abkommens bekräftigt, unsere Forderungen für gerechtere und faire Mittelverwendung in der kommenden GAP-Förderperiode 2020+ dargelegt und dabei eine Umstellung des Fördersystems in Richtung einer Bio-Wende gefordert." NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard und NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn betonten hingegen, man könne mit dem Abkommen mehr für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes erreichen als ohne.

Das Abkommen hatten die EU und Mercosur Ende Juni vereinbart. Es muss noch von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Mercosur ist die abgekürzte Bezeichnung für den "Gemeinsamen Markt Südamerikas".