Erstellt am 25. Dezember 2016, 20:14

von APA Red

1,8-Tonnen-Fliegerbombe erfolgreich entschärft. Zwei Bombenspezialisten haben am Sonntagabend eine 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Augsburger Innenstadt erfolgreich entschärft.

Evakuierung aufwändiger als gedacht  |  APA/dpa/ag.

Nach fast vier Stunden konnte die britische Luftmine unschädlich gemacht werden, bestätigte ein Polizeisprecher.

Seit etwa 15.00 Uhr waren zwei Experten eines Kampfmittelräumkommandos damit beschäftigt, die 1,8 Tonnen schwere Luftmine zu entschärfen. Der Blindgänger enthielt mindestens drei Zünder und das Mehrfache an Sprengstoff einer normalen Fliegerbombe. Zuvor war nicht ausgeschlossen, dass die Entschärfung der Bombe mehrere Stunden bis in die Nacht dauern könnte.

Zuvor dauerte die Evakuierungsaktion eines großen Teils der Augsburger Innenstadt wegen der Fliegerbombe länger als geplant. Erst gegen 15.00 Uhr war das Sperrgebiet von eineinhalb Kilometern rund um die Bombe vollständig geräumt. Danach konnten Spezialisten eines Kampfmittelräumdienstes mit der Entschärfung der Bombe beginnen.

Grund für die Verzögerung der Evakuierung sei gewesen, dass am ersten Weihnachtsfeiertag wesentlich mehr gehbehinderte Menschen mit Krankentransporten aus der Gefahrenzone gebracht werden mussten, hieß es seitens der Behörden. Die Stadt hatte mit etwa 400 Fahrten gerechnet, letztlich seien es 560 geworden. Viele Betroffene hätten sich erst spät bei der Einsatzzentrale gemeldet.

Angesichts des großen Interesses an der Entschärfung der Fliegerbombe brach am Sonntag die Internetseite der Stadt Augsburg zeitweise zusammen. "Augsburg.de ist überlastet. Wir bitten euch um Geduld", teilte der Krisenstab per Twitter mit und versprach: "Wir halten euch hier auf dem Laufenden."

Bei der größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs mussten am zweiten Weihnachtsfeiertag rund 54.000 Augsburger ihre Wohnungen verlassen. Die Stadt hatte in der Innenstadt ein Sperrgebiet von eineinhalb Kilometern um den Fundort festgelegt, weil die Bombe wesentlich größer ist als übliche Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg.