Neue Zugangsbeschränkungen für Unis. Die Universitäten sollen ab Herbst 2019 die Möglichkeit zu neuen Zugangsbeschränkungen in den Fächern Jus, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen erhalten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 26. Februar 2018 (19:05)
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ÖVP, FPÖ und NEOS stimmten dafür

Das sieht eine Novelle zur neuen Uni-Finanzierung vor, die am Montag mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und NEOS den Wissenschaftsausschuss passiert hat. Die Unis können zudem Zugangshürden für nur lokal überlaufene Studienrichtungen einführen.

Darüber hinaus können die Unis als Voraussetzung für die Zulassung zu jedem Bachelor- oder Diplomstudium das Durchlaufen eines "Eignungs-Feedbacks" vorsehen - etwa durch ein Motivationsschreiben oder ein Online-Assessment. Dieses darf zwar bewertet werden, für die Zulassung ist das Ergebnis aber nicht entscheidend.

Änderungen gibt es auch bei der Verteilung der Uni-Mittel ab 2019. Für die Berechnung des Globalbudgets werden die Bereiche Forschung, Lehre und Infrastruktur/strategische Entwicklungen getrennt. Die einzelnen Studienrichtungen werden in Fächergruppen eingeteilt. "Buchwissenschaften" sind aufgrund des geringeren Betreuungs- und Ausstattungsbedarfs pro Platz niedriger dotiert als naturwissenschaftliche und technische Fächer bzw. künstlerische Studien.

Extra-Geld für Schnellstudierende

Als Bezugsgröße für den Teilbetrag für Lehre dient künftig das prüfungsaktiv betriebene Studium. Dazu kommt noch die Zahl der Studienplätze und das habilitierte Personal. Extra-Geld gibt es außerdem für viele Absolventen, schnell studierende Studenten, eingeworbene Drittmittel oder die Anzahl der angebotenen strukturierten Doktoratsprogramme.

Kritik kommt von der SPÖ: Durch die zusätzlichen gesetzlichen Beschränkungen würden in den nächsten drei Jahren 20.000 Studienplätze wegfallen, so Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl. Dazu komme noch die Möglichkeit zur Einführung lokaler Beschränkungen. Kuntzl erwartet daher "massive Verdrängungseffekte in Richtung Fachhochschulen und private Hochschulen" - wo allerdings auch die Plätze fehlten bzw. hohe Gebühren zu zahlen seien. Wissenschaftsminister Heinz Faßmann wiederum betonte laut Parlamentskorrespondenz, dass die Zugangsbeschränkungen nur dann zum Tragen kommen sollen, wenn es aufgrund der verfügbaren Kapazitäten nicht anders möglich sei. Er verwies auch auf die Pläne der Regierung, die Fachhochschulen auszubauen. Längerfristig sollen sie ein Drittel aller Studienplätze stellen.

Bereits im Vorjahr vom Nationalrat beschlossen wurde die Höhe des Uni-Budgets für die Jahre 2019 bis 2021. Dieses steigt gegenüber dem Zeitraum 2016 bis 2018 um 1,35 Mrd. Euro auf 11,07 Mrd. Euro.